Mikl-Leitner: Einkommensschere - im 21. Jahrhundert nicht akzeptabel

Equal Pay Day am 13. April macht Lohnunterschiede deutlich

St. Pölten (OTS/NÖI) - "Es ist nicht nachvollziehbar, dass heute -im 21. Jahrhundert - Frauen immer noch weniger Lohn für gleichwertige Arbeit erhalten. An der Ausbildungs- und Arbeitsqualität kann es nicht liegen, denn Frauen sind heute besser denn je ausgebildet und mehr Mädchen als Burschen haben eine Matura, mehr Frauen als Männer schließen mit einem Studium ab", so Landesrätin Mag.a Johanna Mikl-Leitner, zuständig für Frauen und Chancengleichheit in Niederösterreich.

Im EU-Schnitt beträgt der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied 17,5 Prozent gemessen an den Bruttolöhnen. In Österreich liegt er bei 25,5 Prozent.

"Festgefahrene Strukturen und Rollenerwartungen an Frauen und Männer in unserer Gesellschaft wirken sich auch auf das Einkommen aus. Ich denke dabei an Berufsunterbrechungen für die Kindererziehung, die hauptsächlich von Frauen getragen werden. Kaum Väter gehen in Karenz oder Teilzeit für ihre Kinder, obwohl wir aus einer Studie wissen, dass es eine hohe Bereitschaft der Männer dafür gibt", sieht Mikl-Leitner hier die Gründe dafür.

Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer NÖ hat das Land NÖ daher ein Maßnahmenpaket zur elternorientierten Personalpolitik entwickelt, das sich an Unternehmen richtet und zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter und Mütter beitragen soll. Erwartet wird, dass sich mehr Männer in der Familie "stark" machen.
"Aber nicht nur Unternehmen und Männer sind gefordert. Ich möchte Frauen ermutigen, Berufe zu ergreifen, die ihren Fähigkeiten entsprechen und dazu gehören auch die so genannten "Männerberufe" in den technischen und handwerklichen Bereichen. Denn Tatsache ist, dass Mädchen immer noch stark traditionelle Berufsvorstellungen haben. Allein bei den Lehrberufen sind nach wie vor Frisörin, Bürokauffrau und Verkäuferin die Top-Favoriten. Mehr als die Hälfte aller Mädchen, die eine Lehrstelle suchen, entscheiden sich für einen dieser Berufe und das bei einer Auswahl von rund 270 verschiedenen Möglichkeiten", so Mikl-Leitner.

Die Programme des NÖ Frauenreferates setzen genau hier an. Mit HTL4girls werden Mädchen ermutigt neue Wege in der Ausbildung zu gehen. Der Girls Day ermöglicht Schülerinnen praxisnahe Einblicke in Berufswelten von Frauen, die sich für technisch/handwerkliche Bereiche oder Jobs in der Produktion und Industrie entschieden haben. Bei den TechDatings kommen HTL-Schülerinnen mit Unternehmensleitungen zusammen und können sich über Bewerbungen und Jobaussichten informieren. Ziel ist es, die Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft zu optimieren, erklärt Mikl-Leitner.

Es ist aber auch wichtig, ein öffentliches Bewusstsein in unserer Gesellschaft zu schaffen, um den Blick für die Einkommensunterschiede zu schärfen. Der Equal Pay Day am 13. April ist eine Aktion, die dazu beiträgt. Er zeigt auf, wie viel länger Frauen pro Jahr arbeiten müssten, um auf das Jahreseinkommen eines Kollegen zu kommen. Das sind mehr als 3 Monate. Der Equal Pay Day geht auf eine Initiative der Business and Professional Women zurück, der sich nun auch die Europäische Union angeschlossen hat.

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