Kadenbach: Umweltausschuss unterstützt österreichische Position - Jedes Land soll selbst über GVO-Anbau entscheiden können

EU-Parlament will mehr Forschung zu Langzeitfolgen von GVO

Wien (OTS/SK) - Heute, Dienstag, wurde im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über das Selbstbestimmungsrecht der Nationalstaaten beim Anbau von gentechnisch veränderten Organismen abgestimmt. "Das Ergebnis entspricht der Position Österreichs: Jeder Staat soll zukünftig selbst über den Anbau entscheiden können", so die EU-Abgeordnete Karin Kadenbach am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Bereits bisher sei Österreich ein Vorbild, was das Anbauverbot von GVOs (Gentechnisch veränderte Organismen) betreffe, mit dem Votum im Umweltausschuss, das noch durch das Plenum bestätigt werden muss, werde die österreichische Haltung unterstützt und helfe auch, diese im zuständigen EU-Ministerrat mit Nachdruck zu vertreten. *****

Bisher konnte damit argumentiert werden, dass das nationale Anbauverbot von GVOs den Regeln der WTO widerspreche, das EU-Parlament hat nun einen ersten Schritt zur Etablierung eines rechtlichen Rahmens gemacht, der auch innerhalb der Europäischen Union Autonomie in dieser Frage garantiert. "Wir haben heute ein starkes Zeichen in Richtung eines sorgfältigeren Umgangs mit gentechnisch veränderten Organismen gesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass viele andere europäische Staaten dem österreichischen Beispiel folgen", unterstreicht Kadenbach. Ebenso wichtig sei die Forderung des Umweltausschusses, in Studien mehr über die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu investieren. "Obwohl wir nur über ein rudimentäres Wissen verfügen, wird in vielen Staaten der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen. Es ist daher notwendig, die Forschung voranzutreiben, um die Folgen abschätzen zu können", sagt die Europaparlamentarierin.

GAP nach 2013 muss auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein

In einer weiteren Abstimmung haben sich die Mitglieder des Umweltausschusses dafür ausgesprochen, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 darauf ausgerichtet sein muss, Nachhaltigkeit zu fördern und das Potenzial der Ökosysteme effizienter zu nutzen. Kadenbach, Verfasserin der Stellungnahme, betont: "Die Gemeinsame Agrarpolitik muss in der Lage sein, ökologische Herausforderungen wie Klimawandel, Erschöpfung der Ressourcen, Wasserverschmutzung und Bodenerosion zu bewältigen." Bedauerlich sei jedoch, dass in der Frage der GAP nach 2013 kein Konsens bezüglich der Förderung von Landwirten, die GVOs anbauen, erzielt werden konnte. "Ein Großteil der Konsumentinnen und Konsumenten lehnt den GVO-Anbau ab. Es ist daher nicht vertretbar, dass mit Steuermitteln jene Bauern gefördert werden, die Gentechnik forcieren", so die EU-Abgeordnete, die darauf verweist, dass im Ausschuss für einen derartigen Förderungsstopp keine Mehrheit erzielt werden konnte. (Schluss) bj/mp

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