EU setzt strengere Grenzwerte für Japan-Importe ab morgen in Kraft

Berlakovich: Forderung nach niedrigeren Grenzwerten erfüllt

Wien (OTS/aiz.info) - Die EU-Kommission erließ gestern, Montag,
die geänderte Durchführungsverordnung zum Erlass von Sondervorschriften für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln aus Japan nach dem Nuklearunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Die Verordnung tritt am Mittwoch, 13.04.2011, in Kraft. Damit verschärft die EU die in der ursprünglichen Verordnung vom 25.03.2011 festgesetzten Höchstwerte für Radioaktivität in Lebens- und Futtermittellieferungen aus Japan in die EU nach heftigen Protesten -unter anderem von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich, der sie als "absolut inakzeptabel" kritisierte. Berlakovich zeigt sich nun zufrieden: "Ich habe die umgehende Revision dieser Verordnung und deutlich niedrigere Grenzwerte gefordert, was nun erfüllt wird. Schließlich geht es um die Sicherheit unserer Konsumenten und um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union."

"Damit die von den japanischen Behörden vor der Ausfuhr durchgeführten Kontrollen und die bei der Einfuhr in die EU durchgeführten Kontrollen des Radionuklidgehalts von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, einheitlich sind, sollten daher in der EU vorläufig dieselben Höchstwerte gelten wie in Japan, solange die japanischen Grenzwerte niedriger sind als die EU-Werte", heißt es dazu in den Erwägungsgründen der geänderten Verordnung. Die Höchstwerte für Radioaktivität in der ursprünglichen EU-Verordnung bezogen sich nämlich auch auf eine nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl erlassene Verordnung (Euratom-Richtlinie) aus dem Jahr 1987. Experten und der Umweltminister kritisieren daraufhin, dass die in dieser Verordnung angegebenen EU-Grenzwerte deutlich höher seien als jene in Japan und dass Werte für Plutonium gar nicht enthalten seien.

Importe aus Japan müssen und also sowohl vor deren Verschiffung von den japanischen Behörden kontrolliert und mit entsprechenden Bestätigungen versehen werden als auch bei deren Ankunft in Europa -und zwar nach den selben Normen. Die Kontrollen beziehen sich auf die Radionuklide Iod-131, Caesium-134 und Caesium-137, da, so die Verordnung, zurzeit Lebens- und Futtermittel aus bestimmten Regionen Japans nachweislich mit diesen verseucht seien und es keine Anzeichen für eine Kontamination mit anderen Radionukliden gebe. Unbeschadet der Änderung wendet auch die geänderte Verordnung weiters auch die schon in der bestehenden Verordnung (Euratom) Nr. 3954/87 festgelegten Grenzwerte für Strontium-Isotope an, da in Japan keine solchen Grenzwerte festgelegt worden sind. Japan hat nur Grenzwerte für Iod, Caesium und Plutonium festgelegt. Die EU-Mitgliedstaaten können außerdem auf freiwilliger Basis Untersuchungen auf andere Radionuklide durchführen, um festzustellen, ob diese vorhanden sind.

Österreich kontrolliert 100% der ohnehin geringen Lebensmittelimporte aus Japan

Österreich überprüft nach Angaben des Gesundheitsministeriums weiterhin 100% aller direkten Lebensmittellieferungen aus Japan. Aus Japan werden allerdings nach Europa kaum Lebens- oder Futtermittel importiert. In der Regel gibt es kaum Direktimporte nach Österreich. Waren aus Japan gelangen fast ausschließlich über große Häfen wie Amsterdam, Rotterdam und Hamburg in den EU-Raum. Nach Österreich kommen in erster Linie Spezialitäten wie getrocknete Pilze, Tee, Saucen und spezielle Gewürze und davon nur geringe Mengen. Laut Importstatistiken wurden seit 2008 laut Gesundheitsressort keine Fischprodukte aus Japan direkt nach Österreich importiert.

In Österreich gibt es seit Jahren eine routinemäßige Lebensmittelüberwachung auf Radioaktivität. Die Messungen werden von den Strahlenmesslabors der AGES durchgeführt.
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