Wien: Gesellschaft im Wandel - vielfältiges Grün

Interessierte und FachexpertInnen diskutierten in der Wiener Urania neueste Entwicklungen des Stadtgrüns in Wien.

Wien (OTS) - Klassische Formen im Wandel

"Die Wiener Kleingärten sind ein Brennglas gesellschaftlicher und stadtplanerischer Entwicklungen", zu diesem Resümee kam Dr. Tatjana Fischer von der Universität für Bodenkultur Wien. Sie hat in einer Forschungsarbeit ein Meinungsbild über das Wiener Kleingartenwesen eingeholt und beispielsweise festgestellt, dass es in den letzten zwei Dezennien einen Wandel vom selbstversorgenden Freiraum zum Wohnidyll gegeben hat.

Aber auch die öffentlichen Parks haben sich wesentlich verändert:
"Die Stadt Wien ist bestrebt, den gesellschaftlichen Veränderungen bei den öffentlich zugänglichen Freiflächen durch eine breite Palette an Nutzungsvarianten und neuen Erscheinungsbildern gerecht zu werden", so Ing. Franz Joachim Chen von der MA 42 - Wiener Stadtgärten.

Neue Formen im Entstehen

Im Zentrum der Ausführungen von DI Rita Mayrhofer, tilia - büro für landschaftsplanung, stand das Pionierprojekt "Nachbarschaftsgarten im Gemeindebau". "Der Oskar-Helmer-Hof im 22. Bezirk ist ein gelungenes Beispiel über das Gärtnern Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen zu führen und eine bessere Identifikation mit dem Stadtteil zu bewirken", so Mayrhofer.

Über ähnliche Erfahrungen berichtete Dr. Nadja Madlener vom Verein Gartenpolylog, die sich schon lange mit interkulturellen Gärten beschäftigt. "Gärten stellen Orte der Begegnung dar, an denen ganzheitliches Lernen mit Hirn, Herz und Hand möglich wird", erklärt Madlener.

Den Abschluss bildete ein Erfahrungsbericht über Wiener Selbsternteprojekte - dabei handelt es sich um Beete, die vom Bauern bestellt und von den Abonnenten gepflegt und geerntet werden. "Unser Bestreben ist es, den Konsumenten wieder näher an das Produzieren von Lebensmitteln heran zu führen und ein Bewusstsein für Regionalität und Saisonalität in der Gemüseversorgung zu schaffen", so Ing. Franz Windisch, Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer und des Wiener Bauernbundes.

"Viele dieser Projekte entstehen durch den Einsatz von Menschen, die im Garten ein Stück Lebensglück erkennen", zeigt sich Prof. Gerlind Weber, Universitätsprofessorin an der Universität für Bodenkultur Wien und Präsidentin des Ökosozialen Forum Wien beeindruckt, "und nicht zuletzt das rege Interesse an der Tagung 'Vielfältiges Grün für ein zukunftsfähiges Wien', spiegelt die Aktualität des Themas wider."

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