"profil: Polens Premier Tusk hält an Einstieg in Atomenergie fest

Erste AKW in Polen, weil Druck wegen CO2-Emissionen steigt

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" verteidigt Polens Premierminister Donald Tusk seine Pläne, erste Atomkraftwerke in Polen zu errichten. "Für Polen ist die Frage eines Einstiegs in die Kernenergie umso wichtiger, als der Druck auf uns wegen der CO2-Emissionen steigen wird. Unsere Energie basiert zu 90 Prozent auf Kohle", so Tusk. Er habe aber für die Österreicher "zwei gute Nachrichten": "Wir werden dafür sorgen, dass Investitionen in Kernenergie sicherheitstechnisch auf höchstem Niveau vorgenommen werden. Die zweite gute Nachricht: Potenzielle Standorte für unser erstes AKW befinden sich im nördlichen Teil Polens, also weit weg von Österreich." Das Unglück in Fukushima sei als Folge eines Erdbebens mit Tsunami passiert. "Solche Unfälle könnten auch chemische Fabriken betreffen, und man würde diese nicht stilllegen", so der polnische Spitzenpolitiker.

Die vollständige Öffnung des Arbeitsmarktes in Österreich und Deutschland am 1. Mai werde keinen großen Zustrom von polnischen Arbeitskräften auslösen, so der Premier. Es gebe aber "hunderte Headhunter aus Österreich und Deutschland, die uns Fachkräfte abwerben wollen", erklärt Tusk, der am 1. Juli den EU-Vorsitz übernehmen wird.

Tusk fordert von den USA die Aufstellung von Patriot-Abwehrraketen. Wegen der historischen Erfahrungen mit Russland habe Polen "ein Recht auf eine Politik, die unsere Sicherheit garantiert". Notfalls werde Polen "selbst dafür sorgen, dass bei uns entsprechende Anlagen aufgestellt werden", betont er im "profil"-Interview.

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