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Spitalsreform: Ärztekammer strikt gegen Mehrfachprimariate

Dorner: Kritik an Stöger - Primariat bedeutet hohe Verantwortung - Führungskompetenzen reformbedürftig

Wien (OTS) - Mit deutlichen Worten hat der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, auf die Aussage von Gesundheitsminister Alois Stöger reagiert, wonach nicht jede Spitalsabteilung einen eigenen Leiter brauche. Dies würde den von der ÖÄK abgelehnten Mehrfachprimariaten Vorschub leisten, der Vorschlag sei schlichtweg "unglücklich", kritisierte Dorner am Rande der ÖÄK-Vorstandssitzung am Mittwoch. "Mehrfachprimariate gefährden langfristig die Qualität der medizinischen Versorgung - ein Primariat ist mit hoher Verantwortung verbunden und kein x-beliebiger Teilzeitjob", betonte der ÖÄK-Präsident in einer Aussendung.

Der Gedankengang des Ministers, wonach nicht jede Abteilung einen eigenen Leiter brauche und durchaus Kooperationen zwischen Spitälern, ja sogar über Ländergrenzen hinweg denkbar seien, sei nicht nachvollziehbar: "Sollen einzelne Spitalsabteilungen de facto führungslos werden? Kein Arzt kann an zwei Orten gleichzeitig sein." Die Führungskompetenzen seien bereits jetzt verworren und müssten dringend reformiert werden.

Das Verschmelzen von Abteilungen und die Etablierung von Mehrfachprimariaten über Spitals- oder gar Landesgrenzen hinweg würden die Situation in den Spitälern nicht verbessern, sondern im Gegenteil zu Qualitätslücken führen. Dorner: "Wer mehrere Teilzeit-Primariate führt, und das womöglich noch an unterschiedlichen Standorten, kann sich zwangsläufig nur unzureichend auf seine Aufgaben konzentrieren. Die Folgen sind ein schlechter Führungsstil, eine mangelhafte Ausbildung des medizinischen Nachwuchses und massive Qualitätsverluste in der medizinischen Versorgung." Diese Ideen begünstigten eine einseitige Ökonomisierung zum Nachteil der Patienten sowie zu Lasten der Spitalsärzteschaft, so der Ärztechef abschließend. (sl)

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Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: m.stickler@aerztekammer.at

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