LAbg. a.D. Karl Gruber verstorben

Gehörte von 1969 bis 1998 dem NÖ Landtag an, mehr als 20 Jahre an der Spitze der SPÖ-Bezirksorganisation St. Pölten

St. Pölten, (OTS/SPI) - Die SPÖ-Bezirksorganisation St. Pölten und die SPÖ-Niederösterreich trauern. LAbg. a.D. Karl Gruber, von 1969 bis 1998 Abgeordneter im Niederösterreichischen Landtag, Ehrenvorsitzender der SPÖ-Bezirksorganisation St. Pölten und langjähriger Vorsitzender der Kulturinitiative St. Pölten sowie des Bundes sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen Niederösterreich, ist heute nachmittag nach langer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben.

Karl Gruber, am 10. Juni 1929 in Ossarn bei Herzogenburg im Bezirk St. Pölten geboren, kam mit 17 Jahren zum ersten Mal so richtig mit der Politik in Berührung. Es war die Nachkriegszeit, als er nach seiner Lehrzeit zum Modelltischler die ersten Jugendvertrauensmännerwahlen in der Maschinenfabrik Voith organisierte. Das war damals, unter der sowjetischen Besatzungszeit, von den Besatzern nicht gerne gesehen. Mehrmalige Einvernahmen durch die damaligen Machthaber mündeten in die fristlose Entlassung Grubers aus der Voith - wegen unhaltbarer Vorwürfe des damaligen kommunistischen Personalchefs. Karl Gruber ließ sich nicht entmutigen, ganz im Gegenteil erweiterte er seine Bemühungen um die Befreiung vom "Joch der Besatzung"! Von 1952 bis 1959 war er SPÖ-Bezirkssekretär im Bezirk Scheibbs, was angesichts der damaligen Infrastruktur keine einfache Aufgabe war. Mit dem Motorrad fuhr er seinen Bezirk ab und organisierte die Veranstaltungen in den Städten und Gemeinden. Im Jahr 1960 wurde er Bezirkssekretär der Bezirksorganisation St. Pölten, im Jahr 1982 wurde er zum Obmann der größten SPÖ-Bezirksorganisation Niederösterreichs, nämlich St. Pölten, gewählt. Diese Funktion hatte er bis zum Jahr 2003 inne, sein Nachfolger wurde sein langjähriger Weggefährte und wohl auch politischer Ziehsohn, der heutige SPÖ-Bezirksvorsitzende NR Anton Heinzl.

Seinen politisch wohl größten Erfolg konnte Karl Gruber mit seinem Eintreten, ja seinem Kampf, auch innerhalb der SPNÖ, für eine eigene Landeshauptstadt für Niederösterreich, und da natürlich für "seine Hauptstadt St. Pölten", einfahren. Sein Einsatz auf Landesebene, seine Heimatstadt zum Landesmittelpunkt und zur Hauptstadt Niederösterreichs zu machen, wurde am 10. Juli 1986 mit der Erhebung St. Pöltens zur Landeshauptstadt Niederösterreichs - belohnt. Eines ist in diesem Zusammenhang auch legendär - seine unerschütterlich enge sowie unterstützende Beziehung zu seinem Bruder, dem Langzeitbürgermeister St. Pöltens Willi Gruber. "Mein Bruder, der Bürgermeister", so begann ein Karl Gruber viele Wortmeldungen über St. Pölten.

"Karl Gruber konnte sich gerade in den letzten Jahren über die wirklich großen Erfolge seiner Arbeit freuen. St. Pölten hat als Landeshauptstadt einen unglaublichen Aufschwung genommen und eine hervorragende Entwicklung erlebt - und das alles wäre ohne Karl Gruber und seinen unerschütterlichen Glauben an seine Landeshauptstadt St. Pölten, ja seinen wunderschönen Bezirk im Herzen Niederösterreichs nicht möglich gewesen. Stadt und Land St. Pölten und die Menschen - das waren ihm über Jahrzehnte Beruf und Berufung. Er hatte eine unglaubliche Kraft, Menschen zu motivieren und für die Ideen der Sozialdemokratie zu begeistern. Wir trauern und sind in Gedanken bei seiner Familie", so St. Pöltens SPÖ-Bezirksvorsitzender NR Anton Heinzl.

"Karl Gruber hat in Niederösterreich nicht nur Geschichte erlebt, er hat auch Geschichte geschrieben und gestaltet. In so manchen Gesprächen konnte ich nur mit Ehrfurcht dem Erzählten und dem Erfahrenen lauschen - Karl Gruber war und ist der Niederösterreichischen Sozialdemokratie Vorbild und Auftrag, in seinem Sinne weiterzuarbeiten und für die Menschen da zu sein", würdigt Niederösterreichs SPÖ-Landesvorsitzender LHStv. Dr. Sepp Leitner den verstorbenen Karl Gruber.
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