"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Kein Master, kein Plan"

Im ORF geht es vor den Wahlen wieder nur darum, welche Partei was kriegt.

Wien (OTS) - Alexander Wrabetz will ORF-Chef bleiben. Das ist
klar, dieses Ziel hat er schon bei seiner Wahl vor fünf Jahren formuliert. Die SPÖ-Medienexperten unterstützen ihn, nach öffentlicher Bloßstellung und parteipolitischem Druck weiß Wrabetz wieder, wo seine politische Heimat ist. Jetzt müssen die anderen Parteien entscheiden, was sie wollen, denn merke: Auch bei der kommenden ORF-Wahl im Sommer wird es nicht um das Programm, sondern um kleinliche politische Spielchen gehen. Und da ist auch der Opposition kein Hinterzimmer fremd, selbst die Grünen packen den erhobenen Zeigefinger ein und packeln moralfrei mit.
Die ÖVP will einen wirtschaftsliberalen Manager mit sozialdemokratischen Wurzeln, Gerhard Zeiler von RTL, ins Rennen schicken. Wer dahinter einen Masterplan vermutet, irrt. Die Schwarzen haben in der Medienpolitik schon lange weder einen Master noch einen Plan. Dabei könnte man Zeiler mit einem Auftrag versehen:
Zuerst das ORF-Programm noch mehr banalisieren, dann privatisieren. Zumindest ORFeins. Warum muss ein so kleines Land wie Österreich zwei TV-Sender haben? Ach ja, weil der ORF den Parteien gehört und das Programm auch in den nächsten Wochen wieder völlig wurscht sein wird. Wir zahlen ohnehin. Zwangsweise.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001