Leitl für flächendeckenden Ausbau des Unternehmerführerscheins

Defizite bei Wirtschaftswissen beheben - Vermittlung von Finanz- und Wirtschaftswissen hat klare Priorität

Wien (OTS/PWK249) - Die vom Unterrichtsministerium
angesprochenen Überlegungen zur Einführung von Türkisch als zweite lebende Fremdsprache, in der man an höheren Schulen auch zur Matura antreten können soll, wird von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) nicht grundsätzlich abgelehnt. Angesichts der beschränkten Ressourcen tritt die WKÖ aber für eine klare Prioritätensetzung ein. Wichtig ist etwa, dass alle Schüler ausreichend Deutsch beherrschen, um dem Unterricht folgen zu können. Eine zweite bildungspolitische Priorität bestehe in der Vermittlung von Wirtschaftswissen. "Auf Grund der dramatischen Defizite österreichischer Schüler in wirtschaftlichen Fragen muss ein Schwerpunkt bei der besseren Vermittlung von Wirtschaftskenntnissen und damit verbundener Lehrangebote an Österreichs Schulen liegen", betont WKÖ-Präsident Christoph Leitl.

Solange die Mehrzahl der Jugendlichen etwa den Begriff "Zinsen" nicht richtig definieren könne und drei Viertel nicht wissen, was "Bruttoinlandsprodukt" bedeutet, gebe es dringendsten Handlungsbedarf, warnt Leitl - denn die fehlende Kenntnis über wirtschaftliche Zusammenhänge in der Bevölkerung sei langfristig auch ein ökonomisches Problem für den Wirtschaftsstandort Österreich.

Leitl: "Der von uns entwickelte und in etlichen Pilotprojekten schon erfolgreich laufende 'Unternehmerführerschein' sollte künftig als Wahlfach flächendeckend in allen österreichischen Schulen angeboten werden. Damit könnte sehr rasch der bestehende Ausbildungsmangel behoben werden." In drei Modulen bekommen die Schüler dabei fundierte Wirtschaftskenntnisse vermittelt und können sogar anschließend die Unternehmerprüfung ablegen. Der Grundstein für wirtschaftliches Wissen müsse so früh wie nur möglich in den Schulen - auch an Berufsschulen und im Polytechnikum - gelegt werden. Leitl:
"Zusätzlich muss auch bei der Lehrerausbildung ein Schwerpunkt auf wirtschaftliche Zusammenhänge in allen Fächern gelegt werden und Finanz- und Wirtschaftswissen soll künftig in allen Lehrplänen in Kombination mit klaren Lern- und Zielvorgaben verankert werden." (BS)

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