Regner: Gewalt gegen Frauen - Europa muss handeln

Mehr Initiativen gegen Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz gefordert

Wien (OTS/SK) - Ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt an Frauen hat heute, Dienstag, das Europäische Parlament gesetzt. Mit überwältigender Mehrheit wurde eine Entschließung angenommen, die eine neue, umfassende politische Strategie gegen geschlechtsbezogene Gewalt fordert. "Obwohl seit Jahren darauf aufmerksam gemacht wird, ist es noch nicht gelungen, dieser Form der Kriminalität Einhalt zu gebieten. Es ist höchst an der Zeit, dass die Europäische Union ihre Verantwortung wahrnimmt und die erforderlichen Rechtsvorschriften einführt", unterstreicht die SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. *****

Gewalt gegen Frauen - auch in der Ehe oder Partnerschaft - müsse endlich in allen Mitgliedstaaten eine automatische Strafverfolgung nach sich ziehen, in diesem Zusammenhang sei jedwede Berufung auf kulturelle, traditionelle oder religiöse Praktiken zurückzuweisen, unterstreicht Regner. Sie verweist darauf, dass es derzeit schwierig sei, das tatsächliche Ausmaß des Problems von Gewalt zu ermessen, deshalb fordert der Bericht die Länder der EU auf, eine diesbezügliche Jahresstatistik zu erstellen. Ebenso werde von den EU-Parlamentariern eine bessere Schulung für Beamte, hier vor allem für Polizei und Richterschaft, verlangt, die mit Opfern von sexueller Gewalt in Berührung kommen.

"Oftmals unbeachtet bleiben die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen. Schätzungen gehen von einem jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden von 33 Milliarden Euro aus", so Regner. Studien hätten darüber hinaus belegt, dass Männer, die von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise negativ betroffen waren, eher dazu neigen, sich gewalttätig gegenüber Frauen zu verhalten. "Ein gerechtes Sozialsystem, dass das Armutsrisiko vermindert, kann dazu beitragen, Verbrechen zu vermeiden", betont die Europaparlamentarierin.

Eine Schwachstelle des heute abgestimmten Berichts sei, dass Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde. Dabei, so Regner, habe sich der Kampf um die Arbeitsplätze in den letzten Jahren verstärkt, dies wirke sich auch in den Betrieben aus. Vor allem Mütter und schwangere Frauen seien zunehmend von Mobbing betroffen. "Hier gilt es, die Öffentlichkeit mehr zu sensibilisieren und auf die schwerwiegenden Folgen von Mobbing aufmerksam zu machen", sagt Regner. Sie hat deshalb im Februar, gemeinsam mit den EU-Abgeordneten Ulrike Lunacek (Grüne) und Angelika Werthmann (fraktionslos), eine Schriftliche Erklärung eingebracht, in der ein Europäischer Aktionstag gegen Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz gefordert wird. (Schluss) bj/ele

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