Drastische Auswirkungen der Sparpolitik: BAGS ruft zur "sozialen Landesverteidigung" auf

Wien (OTS) - Der soziale Standard in Österreich ist in Gefahr. Im Verteilungskampf um immer knapper werdende Budgets haben Pflegebedürftige, Behinderte und sozial Benachteiligte die schwächste Position. Für sie gibt es keine starke Lobby. Massive Probleme in den Bundesländern zeigen bereits konkrete Auswirkungen wie Leistungskürzungen, lange Wartezeiten und Personalabbau. Daher greift die BAGS die Sorge ihrer Mitglieder auf und stellt sich schützend vor die Interessen derer, die am meisten von den Einsparungen in den Ländern und Gemeinden betroffen sind.

In einem Pressegespräch am Freitag, 1. April um 10.30 Uhr fassen BAGS-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Gruber (Geschäftsführer FAB Österreich) und die beiden Stellvertreter Walter Marschitz (Geschäftsführer Hilfswerk Österreich) und Erich Fenninger (Geschäftsführer Volkshilfe Österreich) die Forderungen für den Sozialbereich zusammen.

Leistungen absichern und Gelder gerechter verteilen
Konkret fordert die BAGS:

  • Sicherstellung der vorhandenen Betreuungsangebote, Schließung von bestehenden Versorgungsdefiziten und bedarfsgerechter Ausbau der sozialen Infrastruktur
  • Anerkennung der Leistungen in den Sozialunternehmen durch Vertrags-und Planungssicherheit über längere Zeiträume.
  • Berücksichtigung der kollektivvertraglichen Abschlüsse in den Leistungsabgeltungen der öffentlichen Hand und damit Sicherstellung einer adäquaten Bezahlung der Mitarbeiter-/innen.
  • Kritisches Überprüfen von staatlichen Kürzungsmaßnahmen im Hinblick auf die unmittelbaren Auswirkungen auf hilfsbedürftige Menschen.
  • Sicherstellung der benötigten Mittel für den Sozialbereich angesichts wachsender sozialer Herausforderungen.

Warm, trocken, sauber ist zu wenig

Österreich habe sich einen sozialen Standard erarbeitet, der nicht leichtfertig geopfert werden dürfe, betont Wolfgang Gruber: "Nur die Grundbedürfnisse abzusichern, nach dem Motto 'warm, trocken, sauber' ist zu wenig". Es gehe, so Gruber, auch um die Würde der betreuten Menschen und um ein Anrecht auf standardgemäße Betreuung in einem der reichsten Länder der Welt. Dafür sei nicht nur das Absichern bestehender Leistungen notwendig, sondern man müsse auch aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dafür sorgen, dass zusätzliche Mittel bereit gestellt werden.

Auf die wachsenden Herausforderungen im Sozialbereich durch die demografischen Veränderungen, Leistungsdruck und zunehmende "soziale Verwahrlosung" unter Kindern und Jugendlichen weist auch Walter Marschitz hin. "Wir haben große Sorge," so Marschitz "dass wir unter den gegebenen Rahmenbedingungen die sozialen Aufgaben in Zukunft nicht mehr erfüllen können".

Eine große Sorge der Trägerorganisationen, so erklärt Erich Fenninger, seien der Kostendruck auf den Mitarbeitern und der Mangel an ausgebildeten Pflegekräften. Fenninger: "Die Arbeit im Sozialbereich wird nicht weniger, nur die Belastung auf den verbleibenden Mitarbeitern steigt". Dabei, so Fenninger, sei die Sozialwirtschaft die Wachstumsbranche der Zukunft und Arbeitsplatzmotor. Investitionen in den sozialen Sektor würden eine ähnlich hohe Wertschöpfung bringen, wie im Tourismus.

Auf der Facebookseite "Die Soziale Landesverteidigung" soll in den kommenden Wochen mit konkreten Zahlenbeispielen das Bewusstsein für den Wert sozialer Leistungen geschärft werden. Die BAGS lädt ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.

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