Energie AG eröffnet die modernste Netz-Steuerstelle Österreichs

Die Energie AG Oberösterreich Netz GmbH hat heute Österreichs modernstes Netzführungszentrum eröffnet. Es soll helfen, die Versorgungssicherheit weiter zu verbessern.

Linz (OTS/Energie AG) - Generaldirektor Leo Windtner: "Die Zukunft der Energieversorgung wird sich radikal verändern. Um auch in Zukunft die sichere Versorgung mit Strom sicherstellen zu können, müssen wir das Stromnetz fit für die Zukunft machen - das neue Netzführungszentrum ist ein wesentlicher Zukunftsschritt!"

Technik-Vorstand Werner Steinecker: "Mit der Zusammenführung aller wesentlichen Steuerungsbereiche erreicht der Betrieb des Netzes einen noch nie dagewesenen Level, der im Betrieb die Qualität der Versorgung und im Störungsfall die Effizienz der Behebung nachhaltig verbessern wird."

Bereits seit Jahren investiert die Energie AG konsequent in den Ausbau und die Modernisierung des Stromnetzes. Jahr für Jahr fließen rund 60 Millionen Euro in die Verbesserung der Versorgungssicherheit, die Optimierung der Netzanlagen und die Steigerung der Effizienz, um die Verluste beim Energietransport zu den Kunden so gering wie möglich zu halten.

Teil dieser Investitionsoffensive ist auch die Errichtung des neuen Netzführungszentrums, das in knapp einjähriger Bauzeit am Energie AG-Standort in Linz-Wegscheid errichtet wurde. 7,7 Millionen Euro wurden am Standort investiert. Die neue Leitstelle, in der sich 40 Mitarbeiter rund um die Uhr um die Funktion des Stromnetzes kümmern, ist die modernste ihrer Art eines Verteilernetzbetreibers in Österreich. Zur Steuerung und zum sicheren Betrieb des Stromnetzes ist es notwendig, jederzeit umfassend über den Zustand des Stromnetzes informiert zu sein. "Nur so können unsere erfahrenen Mitarbeiter für die möglichst störungsfreie Versorgung und somit die Basis für die heute gewohnte Lebensqualität sicherstellen", sagt Energie AG-Generaldirektor Leo Windtner.

Neue Netze sind Grundvoraussetzung für die erneuerbare Energiezukunft

Das bestehende europäische Stromleitungsnetz war seit seinem Bestehen so konzipiert, dass die elektrische Energie von wenigen zentralen Kraftwerken zu den Verbrauchern transportiert wird. Mit den neuen, regenerativen und zugleich dezentralen Erzeugungsanlagen kommen völlig neue Anforderungen auf das Stromnetz zu.

Im Verteilernetz muss das gesamte Stromnetz so funktionieren, dass in den vielen Klein- und Kleinstkraftwerken erzeugte Energie in das Netz eingespeist und zu den Verbrauchern abtransportiert werden kann. Damit muss das Stromnetz der Zukunft nicht nur in eine, sondern in beide Richtungen funktionieren. Dadurch, dass viele dezentrale Erzeugungseinheiten ihre Energie zur Verfügung stellen, muss auch das Transportnetz auf den höchsten Spannungsebenen ausgebaut und leistungsfähiger gemacht werden.

Zusätzlich zu den Transportkapazitäten muss das Netz in Zukunft auch die Möglichkeit der Datenübermittlung bereitstellen. Mit den Investitionen in den Umbau des Netzes zum mitdenkenden, intelligenten Stromnetz wird ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz geleistet. Für die Aufgaben des "Smart Grids" sind intelligente Stromzähler eine Grundvoraussetzung. 100.000 dieser "Smart Meters" wird die Energie AG noch 2011 installieren. Ein wesentlicher Bestandteil des "Smart Grid" ist die neue, zentrale Schaltstelle für das Stromnetz der Energie AG.

In den intelligenten Stromnetzen der Zukunft warten große Herausforderungen auf die Netzbetreiber: die immer stärkere Auslastung der Stromnetze bei gleichzeitig steigenden Qualitätsansprüchen und unterschiedlichsten Einspeisern in das Netz verlangen völlig neue und umfassende Möglichkeiten zur Netzsteuerung und -führung. Mit der Inbetriebnahme des neuen Netzführungszentrums hat die Energie AG die entsprechenden Grundlagen für die Zukunft geschaffen.

"Die Arbeit an der Energiezukunft unseres Landes ist die konsequente Fortführung des Generationenvertrages und eine der wichtigsten Aufgaben, Oberösterreich fit für die Zukunft zu machen", sagt Windtner. Die Investitionen von heute bilden das Fundament für zukünftige Entwicklungen.

Das Stromnetz der Energie AG: Die Halsschlagader von Oberösterreich

Im "Netzführungszentrum Wattstraße" sind seit Inbetriebnahme vor wenigen Wochen alle wesentlichen Steuerungs- und Überwachungsfunktionen für das oberösterreichische Stromnetz der Energie AG untergebracht. Herzstück ist die "Netzleitstelle Wattstraße", in der die Funktionen für die "Überwachung des Hochspannungsnetzes" und die Aufgaben der ehemals dezentralen Mittelspannungsleitstellen zusammengeführt worden sind. Aufgaben am Standort in Wegscheid sind die operative Netzführung (Steuerung und Überwachung der Netze), das zentrale Betriebs- und Störungsmanagement sowie im Ernstfall die Koordination der zu treffenden Notfallmaßnahmen. Das neue Netzführungszentrum ist die konsequente Weiterentwicklung der Qualitäts- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der oberösterreichischen Stromversorgung, die mit der Inbetriebnahme des ersten Lastverteilers 1982 am Standort Wattstraße begonnen wurde.

Das Stromnetz der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH hat heute eine Länge von 30.477 Kilometern -das entspricht rund drei Viertel des Erdumfangs. Das Netz gliedert sich in 8.990 Kilometer Hoch- und Mittelspannungsleitungen sowie 21.487 Kilometer Niederspannungsleitungen.

Dass der elektrische Strom letztlich überall dort zur Verfügung steht, wo er benötigt wird, dafür sorgen auch 50 Umspann- und Schaltwerke, 8.642 Trafostationen und letztlich auch 100.000 intelligente Stromzähler in den Kundenanlagen. Im Netzführungszentrum werden alle Zustandsdaten des Stromnetzes und alle Messwerte der einzelnen Stationen permanent überwacht.

Für Kraftwerkseinsatz ist enge Abstimmung mit Netzbetrieb notwendig

Schon bisher hatte das Stromnetz an sich eine zentrale Rolle in der Versorgungssicherheit des Landes inne: Strom kann nach der Erzeugung nicht gespeichert werden - deshalb muss immer genau so viel elektrische Energie im Netz vorhanden sein, wie von den Kunden gerade benötigt wird. Zu dieser wichtigen Steuerungsfunktion kommt die enge Zusammenarbeit der Netz GmbH mit der Energie AG Oberösterreich Trading GmbH, die für den Energie AG-Konzern unter anderem auch den An- und Verkauf von Energie durchführt. Von der Energiekoordinierungsstelle aus, die ebenfalls im Netzführungszentrum untergebracht ist, wird der Einsatz des Kraftwerksparks an den tatsächlichen Bedarf der Verbraucher im Versorgungsgebiet abgestimmt und entsprechend angepasst.

Das Netzführungszentrum der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH ist die derzeit modernste Stromnetz-Leitstelle eines Verteilernetzbetreibers in Österreich. Neben der Kontrolle der konstanten Spannung und der Überwachung aller wesentlichen Schaltstationen im Stromnetz können vom erfahrenen Steuerungsteam auch wetterbedingte Gefahren vorhergesehen, tatsächlich auftretende Schäden in Sekundenschnelle erkannt und unmittelbar darauf reagiert werden. Schadstellen lassen sich exakt lokalisieren und ermöglichen gemeinsam mit den Technikern vor Ort eine rasche Wiederherstellung der Versorgung der Kunden. "Mit dem modernen Netzführungszentrum wird ein neues Zeitalter der Netzüberwachung und -steuerung eingeläutet", sagt Werner Steinecker, Technik-Vorstand der Energie AG, "neben den vielen Vorteilen im alltäglichen Betrieb werden wir vor allem im Störungsfall durch die neue Qualität der zur Verfügung stehenden Analysedaten die Behebung wesentlich effizienter als bisher abwickeln können."

Qualitätsmanagement sichert optimalen Netzbetrieb

Wie der Gesamtkonzern der Energie AG Oberösterreich ist auch das Netzführungszentrum der Energie AG Oberösterreich Netz GmbH nach ISO 9001:2000 zertifiziert. Die Nachvollziehbarkeit und die Optimierung der verschiedenen Prozessabläufe sind ein wesentlicher Beitrag zur Versorgungssicherheit in Oberösterreich. Rund um die Uhr kann so ein optimales Management der Betriebsabläufe, aber auch eine strukturierte und effiziente Abarbeitung von Notfall- und Krisensituationen sichergestellt werden.

Netzaufgaben in der Netzleitstelle Wattstraße:

  • Steuerung und Überwachung 110kV und 30/10kV Netz
  • Netzumschaltungen für Arbeiten im Stromnetz
  • Spannungsüberwachung
  • Störungserkennung in den Netzen
  • Netzumschaltungen in Störungssituationen
  • Beauftragung - Reparatur von gestörten Netzteilen

Rückfragen & Kontakt:

Michael Frostel MSc
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M 0664/60165-3993
E michael.frostel@energieag.at

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