Leitl warnt vor Zinsanhebung durch Europäische Zentralbank

WKÖ-Präsident befürchtet Rückschlag bei Unternehmensfinanzierung, Investitionen, Export und privatem Konsum - "Rückschlag für Wirtschaftswachstum in Europa"

Wien (OTS/PWK234) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl warnt vor
einer Anhebung der Leitzinsen in diesem Jahr durch die Europäische Zentralbank (EZB). "'Eine Anhebung der Zinsen durch die Europäische Zentralbank würde das gerade keimende Wachstum der Unternehmensinvestitionen in Österreich und Europa und die Betriebsfinanzierungen ebenso behindern wie die private Nachfrage. Gerade in der jetzigen Situation ist dies schädlich für das Wirtschaftswachstum der europäischen Staaten. Im Vergleich zu den großen Wirtschaftsräumen wie China, Nord- und Südamerika ist Europas Wirtschafswachstum ohnedies im Rückstand. Deshalb wäre es verfrüht, die Zinsen schon jetzt anzuheben oder damit gar den Beginn eines kontinuierlichen Zinsanhebungszyklus mit weiteren geplanten Anhebungsschritten zu signalisieren. Das Wachstum ist noch zu unsicher, um eine Anhebung einfach wegzustecken", so WKÖ-Präsident Leitl zu einer möglicherweise demnächst bevorstehenden Zins-Entscheidung der Europäischen Zentralbank.

Leitl weist darauf hin, dass die Entwicklung der Inflation im EURO-Raum wesentlich von den gestiegenen Importpreisen insbesondere für Energie und Rohstoffe und der Wechselkursentwicklung der letzten Monate geprägt ist und die Kerninflation sich vergleichsweise wesentlich langsamer entwickelt: "Von einer Überhitzung des Wirtschaftswachstums in Europa und damit von einer hausgemachten Inflation kann keine Rede sein."

Der WK-Präsident weist auch auf eine mögliche Benachteiligung europäischer Exporte hin: "'Wir müssen auch das Leitzinsniveau in der USA im Auge behalten. Eine zu große Differenz würde zum Aufwertungsdruck auf den EURO beitragen und den Exporten schaden." Leitl weiter: "Von einer Konjunktur-Überhitzung kann man ja in Europa nicht reden. Erst ein dauerhaft drohender Anstieg der Kerninflation und eine weiter unverhältnismäßig steigende Kreditnachfrage der öffentlichen Hand würden eine mittelfristige Anhebung der Zinsen notwendig machen. Sie schon jetzt vorzunehmen wäre verfrüht, weil damit der europäischen Wirtschaft in der Phase der Wachstumsbeschleunigung der Atem genommen würde. Das macht jetzt keinen Sinn." (RH)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich,
Stabsabteilung Wirtschaftspolitik,
Dr. Christoph Schneider
Tel.: (+43) 0590 900-4499,
wp@wko.at
http://wko.at/wp

Fax: (+43) 0590 900-258

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0003