Tankstellen - Fachverbandsobmann Müller: "Tankstellen machen die Preise nicht"

Fühlen sich zu Unrecht schlecht gemacht - "Treibstoff-Preisdatenbank braucht klare Differenzierung nach Qualität und Angebot: Das nützt auch den Konsumenten"

Wien (OTS/PWK233 ) - "Die Tankstellen machen die
Treibstoffpreise nicht", unterstreicht Ferdinand Müller, Obmann des Fachverbandes der Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmungen in der WKÖ: "Es muss klar gesehen werden, dass vom Treibstoffpreis in unserem Land ein Anteil von rund 55 Prozent auf Steuern - MöSt. und USt. - entfällt." Der Branchensprecher verwehrt sich gegen das Schlechtmachen einer ganzen Branche, nämlich der Tankstellenbetreiberinnen und -betreiber in Österreich: So werde etwa über Tankstellen gesagt bzw. geschrieben:
"Hier wird betrogen". Das sei unstatthaft und diskreditierend einer ganzen Branche gegenüber. Dazu kommt, dass in diversen Gegenüberstellungen Äpfeln mit Birnen verglichen werden: So werden nämlich beispielsweise die Preise von Tankstellen mit Personal und Bedienung mit jenen von unbemannten Stationen verglichen.

Klar ausgesprochen gehört auch die Tatsache, dass die Marge der Tankstellenbetreiber eher karg bemessen ist: Denn sie beträgt höchstens 2 Prozent - und davon müssen noch sämtliche Kosten wie Personal, Energie, Kreditkartendisagios usw. abgezogen werden. "Das Brot eines Tankstellenbetreibers ist beileibe kein leicht verdientes."

Fakt ist allerdings, dass die Produktpreise für Endverbraucher sich im Tankstellengewerbe nicht nach dem Angebot und der Nachfrage des Käufermarktes, sondern primär nach Preisnotierungen des Rohöls an den Börsen von New York und London richten. Dies führt zu den hohen Preisentwicklungen und Preisschwankungen. "Darum haben lokale, regionale und nationale Maßnahmen zur Verbesserung der Transparenz und der versuchten Beeinflussung der Preisgestaltung nur eine bedingte Wirkung."

Eine nachvollziehbarere Preisgestaltung seitens der marktrelevanten Mineralölgesellschaften könnte zur Beruhigung der Preislandschaft und somit zu höherer Transparenz für die Konsumentin und den Konsumenten beitragen. Die Beruhigung würde auch die Tankstellenbetreiber ihrem Ziel, den zufriedenen Kundinnen und Kunden, näher bringen, sagt Müller.

Bedenken haben die Tankstellenbetreiber im Bezug auf die geplante Treibstoff-Preisdatenbank: Diese würde nicht nur die Spritpreis-Verordnung, mit der geregelt wird, dass der Preis derzeit nur um 12 mittags angehoben werden darf, obsolet machen. Weit gravierender aber: "In den Ergebnissen der Datenbank-Abfrage werden dann die Preise von Tankstellen, die im Vergleich zu anderen mehr zu bieten haben, als die höchsten gelistet - aber ohne Hinweis auf das Mehr an Qualität, Angebot und Leistung." Das wäre für Tankstellen mit einen breiteren Angebot wettbewerbsverzerrend bzw. -schädigend. Darum darf eine solche geplante Spritpreis-Datenbank nicht ausschließlich auf die Preise abzielen, sondern muss auch die Möglichkeit des differenzierten Überblicks über die dafür gebotenen Leistungen beinhalten. Das nützt auch den Konsumenten", so Fachverbandsobmann Müller. (JR)

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