AK zum Tag des Praktikums: PraktikantInnen brauchen mehr Schutz

Ein Drittel der PflichtpraktikantInnen arbeitet als Hilfskraft, ein Viertel kann Joberfahrung in der Schule nicht nutzen

Wien (OTS) - Ein Drittel der SchülerInnen berufsbildender Schulen, die in den Ferien ein Pflichtpraktikum machen müssen, wird als Hilfskraft ausgenutzt und lernt fachlich nichts. Ein Viertel kann die Erfahrungen aus der Arbeitswelt nicht in den Unterricht einbringen. Das zeigen Umfragen der AK unter 1.500 Wiener und 540 steirischen SchülerInnen. "Ein Pflichtpraktikum gehört zum Unterricht, im Vordergrund muss facheinschlägige Ausbildung statt billiger Hilfsarbeit stehen", sagt Gabriele Schmid, Leiterin der AK Wien Abteilung Bildungspolitik. In den Lehrplänen der berufsbildenden Schulen soll verankert werden, dass Pflichtpraktika nur im Rahmen eines echten Dienstverhältnisses zulässig sind.

Aktuell wird für die berufsbildenden Schulen diskutiert, dass in mehr Lehrplänen als bisher ein Pflichpraktikum vorgeschrieben werden soll. Aber derzeit steht die Beschäftigung von PraktikantInnen in einem ordnungsgemäßen Dienstverhältnis nur in der Gastronomie und im Tourismus außer Streit. "In allen anderen Bereichen arbeiten sie oft in einer Grauzone. Unklar ist die arbeits- und sozialrechtliche Absicherung, die Betreuung durch Ausbildungspersonal und die Schule", so Schmid.

Das Problem: Die meisten Lehrpläne empfehlen bestenfalls ein Dienstverhältnis für das Praktikum. "Bevor es zu einer Ausweitung der Praktikumspflicht kommt, muss es endlich klare Regeln für die Beschäftigung von Pflichtpraktikantinnen und Praktikanten und für die Ausbildungsinhalte im Praktikum geben", sagt Schmid. Die AK verlangt:

+ In den Lehrplänen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen soll ausdrücklich verankert werden, dass nur Praktika im Rahmen eines Dienstverhältnisses anerkannt sind.

+ Es sollen standardisierte Vertragsformulare mit Erläuterungen über die notwendigen Ausbildungsinhalte festgelegt werden.

+ Schule und Praktikumsbetriebe sollen die Erfordernisse zur Sicherung der Ausbildungsqualität miteinander abstimmen müssen. Dazu muss in Schule und Betrieb jeweils eine zuständige Person die Verantwortung für fachgerechte Ausbildung und Beschäftigung übernehmen.

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