"Treffpunkt Medizin" am 1. April auf TW1

Die TW1 Medizinsendung zeigt die neuesten Therapiemöglichkeiten bei neuropathischen Schmerzen sowie schonende OP-Eingriffe bei Herzerkrankungen.

Wien (OTS) - "Zwischen Fakten und Mythen" - unter diesem Motto
fand am 25. März 2011 das 15. Internationale Schmerzsymposium in Wien statt. Im Vordergrund standen weiterentwickelte Therapieformen bei schweren und chronischen Schmerzen. "Treffpunkt Medizin" hat dies zum Anlass genommen, die Fortschritte in der Schmerztherapie unter die Lupe zu nehmen.

Wie unerträglich selbst leichte Berührungen wie das Aufliegen des eigenen Hemdes sein können, musste ein - an schmerzhafter Gürtelrose erkrankter - junger Patient am eigenen Leib erfahren. Die Entzündung an seiner Haut ging zwar allmählich zurück, aber der Schmerz blieb. Zahlreiche Therapieversuche waren erfolglos. Dauerschmerz, Schlaflosigkeit und Depression - ein Teufelskreis, der bis zu sozialer Isolation führen kann. Dem jungen Mann konnte erst geholfen werden, nachdem er in eine spezialisierte Schmerzambulanz überwiesen wurde. Dass sich viele Patienten oft viel zu spät an eine entsprechende Fachabteilung wenden, bedauert auch Univ. Prof. Dr. Hans Georg Kress, der Vorstand der Abteilung für spezielle Schmerztherapie am AKH Wien.

"Treffpunkt Medizin" hat sich über die neuesten Schmerztherapien genauer erkundigt. Dazu gehört u.a. ein spezielles Schmerzpflaster, welches einen pflanzlichen Wirkstoff enthält, der auch in der Chilischote vorkommt. Menschen mit neuropathischen Schmerzen -bedingt durch Erkrankungen des peripheren Nervensystems - kann bereits nach einmaliger Anwendung geholfen werden. Zudem können elektrische Nervenstimulation sowie spezielle Bewegungs- oder Hypnoseverfahren das Leben von Patienten mit chronischen Schmerzen erleichtern.

Sollten jene Methoden allerdings keine Wirkung erzielen, gibt es für Menschen mit besonders starken Schmerzen die Möglichkeit einer implantierten Medikamentenpumpe. Mittels dieser Pumpe werden Schmerzmedikamente direkt im Körper zur betroffenen Stelle transportiert. "Treffpunkt Medizin" hat bei Herrn Mayer nachgefragt, der nach einem schweren Bandscheibenvorfall keine andere Wahl mehr hatte. Die Pumpe gab ihm seine Lebensqualität zurück. "Vor der Operation ist es allerdings wichtig, neben der Ausschöpfung aller anderen Therapiemöglichkeiten auch abzuklären, ob das Verfahren beim betroffenen Patienten tatsächlich hilft", erklärt Oberärztin Dr. Birgit Kraft von der medizinischen Universität Wien.

"Treffpunkt Medizin" informiert in dieser Folge aber nicht nur über die neuesten Schmerztherapien sondern auch über schonende OP-Eingriffe bei Herzerkrankungen. Denn wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt, muss im Vergleich zu früher nicht mehr unbedingt eine große Operation durchgeführt werden. Die Untersuchung des Herzens über einen Katheder, mit der gleichzeitig auch eine Behandlung -nämlich das Ausdehnen von verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen - möglich ist, habe in der Kardiologie eine Revolution ausgelöst. Der Katheder wird über einen Gefäßzugang oder über das Handgelenk eingeführt. Aufgrund entsprechender Medikamente ist die Untersuchung schmerzlos und der Patient ist während der gesamten Dauer von etwa einer Stunde bei Bewusstsein. Als Experte kommt diesbezüglich Priv. Doz. Dr. Michael Brunner in der Sendung zu Wort. Er ist der Vorstand der 4. Medizinischen Abteilung am Krankenhaus Hietzing in Wien, dessen Kardiologie zu den bedeutendsten Herzzentren Österreichs zählt.

Kardiologen wie der Oberarzt dieser Abteilung Univ. Doz. Dr. Johann Pollak haben u.a. auch oft mit Patienten zu tun, deren Gesundheitszustand zwar einen Herzklappenersatz erfordert, aber keine große Operation mit der Öffnung des Brustkorbes und einem künstlichen Herzstillstand mehr zulässt. "Treffpunkt Medizin" hat sich über Alternativen informiert. Es besteht die Möglichkeit des perkutanen Klappenersatzes.

Pionierarbeit hat das Krankenhaus Hietzing auch mit dem sogenannten Mitra Clip Verfahren geleistet. Damit kann jenen Menschen geholfen werden, die an einer undichten Herzklappe leiden. Die Mitralklappe ist eine der beiden Vorhof-Herzkammern und funktioniert wie ein Ventil, das den Rückfluss des Blutes aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof verhindern soll. Kommt es zu einer Mitralklappenschwäche, bei welcher diese nicht mehr richtig schließt, ist eine schwerwiegende Herzleistungsschwäche von lebensbedrohlichem Ausmaß die Folge. Mittlerweile besteht die Möglichkeit eines Mitralklappen-Ersatzes, der nicht nur minimalinvasiv und schonend durchgeführt werden kann, sondern den Patienten auch ihre Lebensqualität zurückgibt. Diesbezüglich stellt der Wiener Kardiologe Oberarzt Dr. Johannes Mikl für "Treffpunkt Medizin" sein Wissen zur Verfügung.

"Treffpunkt Medizin"
Mit Reportagen vor Ort - aus Arztpraxen, Kliniken, Reha-Zentren, Forschungslaboratorien sowie Ärzte-Kongressen mit internationaler Bedeutung für die Fachwelt - bietet TW1 mit seiner Medizinsendung die Möglichkeit, sich über ein breites Spektrum diverser medizinischer Themen zu informieren. International anerkannte Experten aus Medizin und Forschung machen den Zusehern komplexe medizinische Zusammenhänge begreifbar und vermitteln im Sinne einer Patientenaufklärung.

Sendezeiten:
"Treffpunkt Medizin"
Erstausstrahlung: Fr, 1.4.2011 um 19:15-19:45 Uhr
Weitere Ausstrahlungen: Sa, 2.4.2011 um 04:30-05:00 Uhr und 05:30-06:00, So, 3.4.2011 um 18:00-18:30 Uhr und 22:45-23:15 Uhr, Mo, 4.4.2011 um 16:05-16:35 Uhr, Di, 5.4.2011 um 13:05-13:35 Uhr und Mi, 6.4.2011 um 10:05-10:35 Uhr

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ORF/TW1
Mag. Birgit Reiter
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