BMHS-Gewerkschaft: Mit uns sind Schulreformen möglich

Wien (OTS) - Enge Zusammenarbeit aller BMHS-LehrerInnen-Fraktionen beim Gewerkschaftsbundestag beschlossen. Christlich-soziale, sozialdemokratische und parteiunabhängige GewerkschafterInnen stehen gemeinsam für pädagogische Weiterentwicklungen und Verbesserungen und gegen dienstrechtliche Verschlechterungen ein.

Arbeitsaufträge und Forderungen des Bundestages:

Sozialpartnerschaftliche Entwicklung der Schule, gemeinsame Ausbildung aller österreichischen LehrerInnen auf Master-Niveau, höchstmögliche Anerkennung von Praxiszeiten für das Lehramt an BMHS, Modularisierung in der sozial und pädagogisch förderlichen Situation des Klassenverbandes, aber kein Kurssystem. Senkung der Arbeitszeit von derzeit 40 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Reform und Solidarität

Als "Reformbundestag" bezeichnet der Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, Jürgen Rainer, die Zusammenkunft der GewerkschaftsvertreterInnen aller österreichischen BMHS-LehrerInnen, bei der die Ziele und die Orientierung der Gewerkschaftsarbeit für die nächsten fünf Jahre festgelegt und ein neuer Vorstand gewählt wird. Beim 16. ordentlichen Bundestag der BMHS-Gewerkschaft in Leibnitz/Südsteiermark (28.-30.03.2011) beschlossen die Delegierten eine enge gemeinsame und geschlossene Zusammenarbeit der drei Fraktionen der BMHS-Gewerkschaft, um die Weiterentwicklung des Bildungswesens in Österreich zu fördern und zugleich die Interessen der KollegInnen an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen zu verteidigen.

Stärker als bisher wollen FCG, FSG und ÖLI-UG zusammenarbeiten, um die Arbeitssituation der LehrerInnen einerseits und die Bildungschancen der SchülerInnen andererseits zu verbessern. "Dass wir uns gemeinsam den Herausforderungen stellen wollen, ist ein Zeichen der Stärke nach innen und nach außen", erklärt BMHS-Gewerkschaftsvorsitzender Jürgen Rainer (FCG).

"Wir sind keine Betonierer, aber wir stellen uns gegen dienstrechtliche Verschlechterungen für KollegInnen! Wenn es um die Verbesserung und Weiterentwicklung des Bildungssystems und die Minimierung der Klassenwiederholung geht, sind wir dabei", ergänzt Stefan Wenka (FSG), Stellvertreter des Vorsitzenden.

Zugleich wird die Zusammenarbeit mit den anderen LehrerInnen-Gruppen verstärkt und gefördert. "Was andere LehrerInnen betrifft, betrifft uns auch", streicht Gary Fuchsbauer (ÖLI-UG), ebenfalls stellvertretender Vorsitzender der BMHS-Bundesleitung heraus und betont die notwendige Solidarität mit Pflichtschul-, AHS-und BerufsschullehrerInnen.

Für den Klassenverband und Modularisierung

Die Modularisierung sehen die Bundestagsdelegierten positiv. Bereits jetzt laufende Schulversuche z.B. an der HLW Deutschlandsberg zeigen, dass dadurch die Zahl der Schulaussteiger und -versager deutlich verringert wird. Allerdings nur bei aufrechtem Klassenverband. Der anfängliche Versuch, ein Kurssystem wie auf der Universität aufzuziehen, ging völlig schief, berichtet Direktor Bruno Jöbstl dem Bundestag. Offensichtlich sind die soziale Sicherheit und der Zusammenhalt in der Klasse ein wesentlicher Teil des Schulerfolgs. Der Bundestag vertritt deshalb den Weg, die Modularisierung sozialpartnerschaftlich auszuarbeiten, das Kurssystem aber abzulehnen.

38 Stunden sind genug

Mit der Forderung nach einer Orientierung der LehrerInnen-Arbeitszeit an einer 38 Stunden-Woche greift der Bundestag ein Kernthema von Gewerkschaftsarbeit auf. Tatsächlich arbeiten LehrerInnen nach einem Äquivalent zur 40 Stunden Woche. Die in der Privatwirtschaft schon vor Jahrzehnten eingeführte Senkung auf 38 Stunden wurde im LehrerInnen-Bereich nicht durchgeführt. Begründbar ist die Forderung auch mit deutlich mehr Verwaltungsarbeit, der zeitintensiven Qualitätssicherung und u.a. der Übernahme von Aufgaben, für die eigentlich das Elternhaus zuständig wäre.

Der 16. Bundestag ist der Startschuss für eine verstärkt solidarische Gewerkschaftsarbeit, um die Herausforderungen einer sich im Wandel befindlichen Gegenwart und Zukunft zu meistern. Er stellt die Weichen für gewerkschaftliche Arbeit zum Nutzen der KollegInnen und der SchülerInnen, denen wir ausgezeichnete Chancen für ihr Leben geben wollen.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Jürgen RAINER, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft
Mag. Roland GANGL, Vors.Stv.
Mag. Stefan WENKA, Vors.Stv.
Mag. Josef Gary FUCHSBAUER, Vors.Stv.
Tel.: 01/533 63 35
office.bmhs@goed.at

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