Ärztekammer zu Spitalsreform: Krankenkassen brauchen mehr Geld für Spitalsentlastung

Dorner: Länder wollen Geld für Spitalsfinanzierung von Arztpraxen abziehen - Ärztekammer für zwei Kostenstellen

Wien (OTS) - Ein lauter Einspruch gegen den vom oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer und der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely geäußerten Wunsch nach Mitsprache bei Planung und Steuerung des niedergelassenen Bereichs kommt nun aus der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). ÖÄK-Präsident Walter Dorner sieht darin "einen offenen Versuch, weitere Gelder in den Einflussbereich der Länder und damit zu den Spitälern zu lenken". Dies bedeute mehr Verstaatlichung und Zentralisierung und die tendenzielle Aushöhlung der wohnortnahen medizinischen Versorgung, sagte Dorner Donnerstag in einer Aussendung.

Aus Sicht Dorners hätten die Länder "weder die inhaltliche noch die faktische Kompetenz" bei der Gestaltung der Gesundheitsbetreuung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. "Bund und Länder tragen zur Finanzierung des niedergelassenen Bereiches nichts bei. Dies liegt im Aufgabenbereich der Sozialversicherungen, denen durch eine kontraproduktive Gesetzgebung in den letzten Jahren zusätzliche Finanzierungsaufgaben zugeteilt wurden, die mit einer sozialen Krankenversicherung überhaupt nichts zu tun haben", erläuterte der Ärztepräsident. Wolle man die Spitäler und ihre Ambulanzen entlasten, dann müsse man den Ausbau des niedergelassenen Bereiches fördern. Dorner: "Deshalb treten wir für die Finanzierung auf Basis zweier Kostenstellen ein. Die Krankenkassen sollen dabei für den niedergelassenen Bereich und die Spitalsambulanzen zuständig sein, der Bund und die Länder für die stationären Einrichtungen der Krankenhäuser." Das bedeute jedoch auch, dass Geld der Leistung folgen müsse. Wenn ärztliche Niederlassungen in Form von Ordinationen oder Gruppenpraxen Leistungen der Spitäler übernähmen, dann müssten die Krankenkassen auch mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet werden. "Es sieht so aus, dass die Länder das Gegenteil planen", sagte der Ärztechef.

Dorner plädierte abschließend nachdrücklich für einen "massiven Ausbau" Spitals-entlastender Organisationsformen. Dies betreffe die rasche Umsetzung von Ärztekooperationen aber auch die Finanzierung eines ausgeweiteten zeitlichen und inhaltlichen Leistungsangebotes in den Ordinationen. (ms)

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