CARE: Flüchtlinge in Liberia von sexueller Gewalt bedroht!

Die Hilfsorganisation fordert dringend Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen, die vom Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste fliehen

Wien/Monvovia, Liberia (OTS) - Seit Ende Februar steigt die Zahl
der Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste in Liberia rasant an. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) könnte sich die Anzahl der Flüchtlinge dort bis Juni von derzeit ca. 90.000 auf bis zu 500.000 erhöhen. Der Großteil der registrierten Flüchtlinge sind Frauen und Kinder.
CARE verfügt über ein Länderbüro in Liberia und hat als eine der ersten Hilfsorganisationen vor Ort Nothilfe geleistet. So wurden an 9.000 Flüchtlinge Hygieneartikel verteilt.

Chaos und Gewalt nehmen täglich zu:

"Insbesondere Frauen und Kinder sind in großer Gefahr", warnt CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager. "Ihre Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag. Die meisten Familien mussten alles zurücklassen, zahlreiche Kinder sind bereits akut unterernährt, es gibt zu wenig Wasser, zu wenig Wohnraum und immer mehr Fälle von Durchfall und Malaria. Doch am meisten Sorge macht uns die ansteigende Gewalt - hier muss die internationale Gemeinschaft dringend handeln und die bedrohten Menschen schützen!"

Besonders gefährdet, Opfer von Übergriffen zu werden sind Kinderhaushalte ohne erwachsene Mitglieder, halbwüchsige Mädchen sowie schwangere, stillende bzw. alleinstehende Mütter.
Schon vor dem Anstieg der Flüchtlingswelle in den letzten Tagen wurden laut UNICEF 62 Fälle sexueller Gewalt gemeldet - die Hälfte der Opfer waren Kinder.

Präventivmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt müssen Standard werden!

CARE ruft die internationale Gemeinschaft auf, schnellstens Maßnahmen zu ergreifen, um weiteren Übergriffen vorzubeugen und die Flüchtlinge zu schützen. So sollte die Verteilung von Nothilfeartikeln so organisiert werden, dass Frauen ihre Unterkünfte rechtzeitig vor Anbruch der Dunkelheit erreichen können. Sanitäre Anlagen müssen gut beleuchtet sein. Gut sichtbare Plakate sollten darauf hinweisen, wo Opfer von sexueller Gewalt medizinische bzw. psychosoziale Hilfe erhalten können. Und Gemeinschaften, die Flüchtlinge aufnehmen, sollten beraten werden, wie sie auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen eingehen und vermeiden können, dass diese für Essen oder sauberes Trinkwasser mit Sex "bezahlen" müssen.

"CARE engagiert sich in allen Einsatzgebieten weltweit für den Schutz von Frauen und Mädchen - wir wissen, was unter solchen Umständen passiert und wie es verhindert werden kann", so Andrea Wagner-Hager. "Existierende Richtlinien wie die IASC Gender Guidelines müssen endlich umgesetzt werden - standardmäßig, von Beginn jeder Hilfsaktion an!"

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Angelika Gerstacker, Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft, CARE Österreich, 01-7150715-52, 0699/17169560, angelika.gerstacker@care.at

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