Schatz zum Internationalen Tag des Praktikums: Schluss mit der Ausbeutung nach Programm

Regierung fehlt politischer Wille sich für junge ArbeitnehmerInnen einzusetzen

Wien (OTS) - Zum morgigen Internationalen Tag des Praktikums hält die ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, Birgit Schatz, fest: "Die Situation der PraktikantInnen verschärft sich weiter und der Regierung fehlt der politische Wille, sich für junge ArbeitnehmerInnen ernsthaft einzusetzen".

Die Chance, durch ein von den Grünen seit Jahren gefordertes PraktikantInnengsgesetz faire Jobs statt Ausbeutung zu verankern, wird von der Regierung verschlafen. "Der Begriff des Praktikums ist in Österreich nur im Zusammenhang mit Schul- und Studienplänen definiert, nicht aber im Arbeitsrecht verankert. Das verführt immer mehr Unternehmen dazu, junge Menschen und verstärkt auch jene mit bereits abgeschlossenem Studium, mit äußerst geringer bzw. ohne Bezahlung für sich arbeiten zu lassen", erläutert Schatz. Rund die Hälfte der Praktika von Studierenden ist gänzlich unbezahlt.

Jene, die ein in ihrem Lehrplan oder in ihrer Studienordnung vorgeschriebenes Praktikum absolvieren müssen, sind in Ermangelung gesetzlicher Regelungen grundsätzlich zu keiner Dienstleistung verpflichtet und auch nicht an Arbeitszeit, -ort und Weisungen gebunden, denn die praktische Ausbildung steht im Vordergrund. Die Realität in den Unternehmen sieht definitiv anders aus, denn z. B. in Architekturbüros wäre die Arbeit ohne PraktikantInnen gar nicht bewältigbar;rund Euro 300,-/Monat erhalten PraktikantInnen dort für Vollzeitarbeit inklusive Überstunden.

"Trotz Willenserklärung im Regierungsprogramm ist die Regierung säumig, denn sie könnte die Situation von zehntausenden hochqualifizierten Uni-AbsolventInnen ohne großen Aufwand umgehend verbessern. Stattdessen vertagt sie die Materie", kritisiert Schatz und weiter: "Die Grünen haben bereits im Oktober 2008 ein PraktikantInnengesetz eingefordert, das klar definiert, was ein Praktikum ist und welche Qualitätsstandards es zu erfüllen hat. Damit wäre es möglich, wirkliche Praktika von den ausbeuterischen Scheinpraktika zu unterscheiden und diese zu unterbinden". Schatz fordert die Regierung auf, "endlich die rechtliche Grauzone abzuschaffen und die Ausbeutung nach Programm zu beenden".

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