FPÖ-Unterreiner: Bilderschwund in Museen muss Konsequenzen haben

600 verliehene Bilder und Objekte nicht mehr auffindbar

Wien (OTS) - Nach den ungeheuerlichen Ergebnissen der Rechnungshofprüfung, die sich mit der Verleihpraxis von Sammlungsgut durch Landesmuseen in den Jahren 2007 bis 2009 befasst habe, forderte die freiheitliche Kultursprecherin NAbg. Mag. Heidemarie Unterreiner umgehend Konsequenzen. "Es kann nicht sein, dass 600 wertvolle Objekte und Bilder einfach aus den Museen verschwinden, ohne dass dies irgendwelche Reaktionen nach sich zieht", so Unterreiner, die eine umfassende Untersuchung forderte.

Insgesamt seien von den geprüften vier Landesmuseen mehr als 6000 Objekte zur Ausschmückung von Amtsräumen, Büros, Pfarren, Krankenzimmern und Hörsälen verliehen worden. Rund 600 dieser Objekte seien bei der Rechnungshofprüfung nicht auffindbar gewesen, fasste Unterreiner diesen unglaublich sorglosen Umgang mit Kulturgut zusammen. Da es sehr unwahrscheinlich sei, dass sich diese Objekte und Bilder in Luft aufgelöst hätten, könne davon ausgegangen werden, so Unterreiner, dass diese Objekte den ein oder anderen "private Liebhaber" gefunden hätten. Damit, so Unterreiner, könne es sich um ein Offizialdelikt - Diebstahl und/oder Unterschlagung - handeln und dieses müsse somit von der Exekutive untersucht werden.

Schließlich handle es sich um wertvolle Bilder und Objekte, die nicht von ungefähr ins Museum gelangt wären, so Unterreiner. "Bei den Objekten, die mittels Verleihschein ausgeborgt wurden, gibt es jemanden, der dafür unterschrieben hat und daher auch für das Leihobjekt verantwortlich ist", so Unterreiner, die den Ermittlern empfahl bei diesem Personenkreis vorstellig zu werden. Bei den Objekten, die ohne Verleihschein aus der Hand gegeben worden seien, sieht Unterreiner hingegen die Verantwortung beim Verleiher, der hier offenbar grob fahrlässig gehandelt habe und daher auch zur Verantwortung gezogen werden müsse.

Die Bevölkerung habe jedenfalls ein Recht darauf zu erfahren, welche Werte der Allgemeinheit durch die sorglose Verleihpraxis verlorengegangen seien, wer die Leihnehmer gewesen seien und wer die Verantwortung für die aufgedeckten Missstände trage, so Unterreiner, die diese Machenschaften aufgedeckt wissen will.

Weiters müssten eine Fülle von Maßnahmen in Angriff genommen werden, um in Zukunft solchen Ungeheuerlichkeiten einen Riegel vorzuschieben, forderte Unterreiner. So müsse eine systematische und wiederkehrende Überprüfung des Sammelgutes stattfinden. Auch müssten die Versicherungskosten vom Leihnehmer getragen werden und nicht von den Museen. Unabdingbar sei auch der Abschluss von Leihverträgen, betonte Unterreiner, die kritisierte, dass in allen vier Landesmuseen systematische Überprüfungen des Sammelgutes fehlten und es keinerlei Berichte über Standortkontrollen gebe.

"Die Empfehlungen des Rechnungshofes müssen ernst genommen werden und es muss ein einheitliches Versicherungs- und Leihsystem etabliert werden", forderte Unterreiner abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at

http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0003