Lebenshilfe Österreich besorgt über Vertragskündigungen in der Steiermark

Qualität der Unterstützung für behinderte Menschen gefährdet

Wien (OTS) - Diesen Montag haben sämtliche steirische Trägervereine in der Behindertenhilfe von der steirischen Landesregierung ein Kündigungsschreiben ihrer Leistungsverträge erhalten. Konkret kündigt das Land Steiermark per 30.4.2012 alle Leistungen gemäß dem Steiermärkischen Behindertengesetz. Die Lebenshilfe Österreich zeigt sich besorgt über die Sicherstellung der Begleitung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen in der derzeitigen Form.

"Besonders schwer mehrfach behinderte Menschen werden von diesen Kürzungen betroffen sein, weil hier die Personalressourcen um 20 bis 50 % reduziert werden. Es ist zu befürchten, dass viele kleine Wohnhäuser zusperren müssen. In gleicher Weise ist die Existenz zukunftsweisender Arbeits- und Beschäftigungsprojekte für jüngere Menschen mit Beeinträchtigungen gefährdet. Darüber hinaus wird es zu wesentlichen Einschränkungen bei den mobilen Leistungen kommen, sodass die Familien und Eltern wieder deutlich stärker belastet werden als bisher", warnt Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber.

Die Steiermark hatte bisher Vorzeigecharakter in der Umsetzung der Inklusionsziele im Behindertenbereich. "Dieser Weg wird nun ernsthaft in Frage gestellt. Bereits Erreichtes wird verlorengehen. Die Heime und Beschäftigungstherapien, wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch für behinderte Menschen üblich waren, sind zukünftig wieder zu erwarten! Es ist unverantwortlich, wie hier seitens der steirischen Landesregierung mit behinderten Menschen umgegangen wird", erklärt sich Weber solidarisch mit dem steirischen Landesverband der Lebenshilfe. Die von der Landesregierung verlautbarten Einsparungen im Behindertenbereich in Höhe von 21,82 Millionen Euro würden massive Einschnitte in der Lebensqualität von behinderten Menschen bedeuten.

Seit über 50 Jahren bieten die steirischen Lebenshilfen in über 175 Einrichtungen vielfältige Dienstleistungen für 2.500 Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen an. Über 1.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind in den steirischen Lebenshilfen beschäftigt. Zu den Dienstleistungen, die nun von der Kündigung durch das Land betroffen sind, gehören Vollzeitbetreutes Wohnen, Trainingswohnungen, Berufliche Eingliederung in Arbeitstraining, Berufliche Eingliederung in Werkstätten, Beschäftigung in Tageswerkstätten und Tageseinrichtungen, Familienentlastung sowie Wohnassistenz.

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Mag. (FH) Eva Schrammel
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