Papst betete in römischer Gedenkstätte für SS-Opfer

Benedikt XVI. besuchte Ardeatinische Höhlen und mahnte zu weltweitem Einsatz für Frieden

Rom, 27.03.11 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am Sonntagvormittag die NS-Gedenkstätte "Fosse Ardeatine" am Rande Roms aufgesucht. Dort hatte die SS am 24. März 1944 335 Geiseln erschossen. Gemeinsam mit Roms Oberrabbiner Riccardo Di Segni betete der Papst für die Opfer der Massenhinrichtungen, unter denen auch 76 Juden waren. Benedikt XVI. bezeichnete die Gräueltat als eine "äußerst schwere Beleidigung Gottes", denn es habe sich um gezielte Gewalt von Menschen gegen Menschen gehandelt.

Was hier am 24. März 1944 geschehen sei, sei die "verabscheuungswürdigste Folge des Krieges, eines jeden Krieges", so Benedikt XVI. Zugleich mahnte er zum Einsatz für eine "andere Zukunft". Diese solle "frei sein von Hass und von Rache, eine Zukunft in Freiheit und Brüderlichkeit - für Rom, für Italien, für Europa, für die Welt". Alle Menschen seien "Kinder des Vaters im Himmel und Brüder der gesamten Menschheit".

Begleitet wurde der Papst von Kardinal Andrea Coreiro di Montezemolo, dessen Vater zu den Opfern gehörte. Benedikt XVI. folgte mit dem Privatbesuch einer Einladung der "Vereinigung der Angehörigen der Opfer" zum 67. Jahrestag der Massenhinrichtung. Er legte am Mahnmal ein Blumengebinde nieder und machte einen Rundgang durch die Gedenkstätte. Danach begab er sich zum Eingang der Höhlen, wo die 335 Opfer durch einen Genickschuss getötet worden waren. In der überdachten Halle betete er kniend vor den Steinsarkophagen. Nacheinander sprachen Rabbi Di Segni und der Papst Psalmen. Schließlich trug sich Benedikt XVI. in das Goldene Buch der Gedenkstätte ein und begrüßte Angehörige der Opfer.

Benedikt XVI. war der dritte Papst an den "Fosse Ardeatine". 1965 hatte Paul VI. die Gedenkstätte aufgesucht, und 1982 Johannes Paul II.

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