• 25.03.2011, 15:05:47
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Die elektronische Beschaffung im öffentlichen Bereich wird Realität

Erfolgreicher internationaler Kongress zum Thema eProcurement in Europa

Wien (OTS) - Die elektronische Beschaffung, also die vollständig
elektronisch, im Internet, abgewickelten Einkäufe und Ausschreibungen
der öffentlichen Hand, gewinnt in Europa immer mehr an Bedeutung.
Dies zeigte zuletzt der erfolgreiche internationale Kongress, der am
24. März 2011 im Tech Gate in Wien stattfand.

auftrag.at, eine Tochterfirma der Wiener Zeitung, hatte bereits
zwei Mal zuvor einen Fachkongress zum Thema öffentliche elektronische
Beschaffung in Europa veranstaltet. Noch nie war das Interesse so
groß wie in diesem Jahr. Behördenvertreter, ausgewiesene
Wissenschaftler und Softwarelieferanten aus 18 europäischen Staaten
waren anwesend und erörterten den Fortschritt der elektronischen
Beschaffung im öffentlichen Bereich.

Elektronische Beschaffung bedeutet, dass Ausschreibungen und
Einkäufe der öffentlichen Hand papierlos mit Hilfe des Internets nach
EU-weit geltenden Regeln abgewickelt werden. Durch die Verlagerung
der Beschaffung in das Internet wird die Auftragsvergabe transparent
und erreicht einen großen Adressaten-Kreis. Damit verbunden sind eine
erhöhte Effizienz und mehr Wettbewerb bei öffentlichen
Ausschreibungen.

EU-weit steigen immer mehr Behörden auf elektronische Beschaffung um

Dass Behörden auf elektronische Beschaffung umsteigen, ist
offensichtlich. Österreich spielt dabei eine Vorreiterrolle. Wie Paul
Humann, Geschäftsführer von auftrag.at erläutert, können in
Österreich alle öffentlichen Auftraggeber medienbruchfrei
elektronisch mit Hilfe der Internet Ausschreibungsplattform von
auftrag.at beschaffen - das heißt, Bedarfe kundmachen, Unterlagen zur
Verfügung stellen, Angebote entgegennehmen etc. Die ausschreibende
Stelle braucht dazu lediglich einen Internetzugang.

Somit hat Österreich in diesem Punkt die 2005 unter den
EU-Mitgliedsstaaten vereinbarte freiwillige Selbstverpflichtung
erfüllt: Bis 2010 sollten demnach alle öffentlichen Auftraggeber in
der Lage sein, elektronisch zu beschaffen. Eine tatsächliche Nutzung
dieser Tools in der Höhe von 50 % wurde angestrebt. Dieser
Nutzungsgrad wurde seitens der österreichischen Verwaltung noch nicht
erreicht. Jedoch ist ein deutlicher Anstieg bereits zu erkennen und
in den nächsten 18 Monaten noch ein weiteres Wachstum zu erwarten.

Speziell in einigen südlichen Staaten der Europäischen Union hat
die elektronische Beschaffung bereits einen hohen Durchdringungsgrad.
In Portugal werden zirka 75 % aller Beschaffungsvorhaben bereits
elektronisch abgewickelt. Ähnlich hohe Raten nannten während des
Kongresses auch Vertreter Zyperns, Albaniens und der Türkei. Der
Grund für diesen hohen Durchdringungsgrad ist, dass die öffentliche
Hand in diesen Ländern gesetzlich verpflichtet ist, die
elektronischen Möglichkeiten zu nutzen.

Elektronische Ausschreibungen bringen Transparenz, Wettbewerb,
Effizienz und beste Preise

Elektronisch zu beschaffen, hat für die öffentliche Hand und für
die anbietenden Unternehmen viele Vorteile: Durch die Transparenz des
Internets wird Korruption erschwert, der Prozess wird durch
Papierlosigkeit effizienter und durch den größeren Wettbewerb werden
schließlich bessere Preise erzielt. Durch die Verwendung des
Internets als Medium langen bis zu drei Mal so viele Angebote zu
einer Ausschreibung ein. Auch für die Wirtschaftstreibenden ergeben
sich Einsparungen: Angebote können schneller und einfacher erstellt
werden und durch den Wegfall von geografischen Barrieren können
Vertriebsaktivitäten ausgeweitet werden.

Grenzüberschreitende Beschaffung noch verbesserungsfähig

Weiteres Verbesserungspotenzial gibt es gegenwärtig noch bei der
grenzüberschreitenden öffentlichen Beschaffung. Wie die Vertreterin
der europäischen Kommission NAME während des Kongresses erläuterte,
behindern neben sprachlichen Hemmnissen vor allem national
unterschiedliche gesetzliche Auslegungen der EU-Richtlinien und die
ortsüblichen Beschaffungsusancen häufig grenzüberschreitende
Ausschreibungen.

Handlungsbedarf bei der elektronischen Signatur

Die qualifizierte elektronische Signatur, die die Identität einer
Person auch im Internet sicherstellt, ist ein weiteres Hemmnis für
das reibungslose Funktionieren der elektronischen Beaschaffung über
Ländergrenzen hinweg.

Länder, in denen die elektronische Signatur bei der elektronischen
Beschaffung verpflichtend ist, wie zum Beispiel Österreich oder
Belgien, haben nationale Lösungen entwickelt, die in den meisten
Fällen nicht grenzüberschreitend funktionieren.

Zwei EU-Initiativen, in die beinahe alle europäischen
Mitgliedstaaten involviert sind, haben sich der Problematik
angenommen: Das vom CIO der österreichischen Bundesverwaltung, Dr.
Reinhard Posch, vorgestellte Projekt STORK sucht nach Wegen, wie die
elektronische Identität von Personen europaweit ausgetauscht werden
kann. PEPPOL, das vom deutschen Verantwortlichen NAME vorgestellt
wurde, entwickelt Lösungen, um Zertifikate europaweit prüfen zu
können. Dies stieß insbesondere bei den Ländern, die keine
verpflichtende elektronische Signatur haben, wie zum Beispiel Polen
oder Norwegen, auf großes Interesse. Derzeit werden qualifizierte
Zertifikate oft als Ersatz für die elektronische Signatur eingesetzt.

Single sign on als Ziel - in Österreich Realität

Idealerweise können in Zukunft anbietende Unternehmen mit nur
einem Einstieg alle Beschaffungsplattformen in der EU nutzen. Eine
solche "Single-Sign-on"-Initiative stellte die Repräsentantin des
Beschaffungsamtes des deutschen Innenministeriums NAME für
Deutschland vor. Während auch in Großbritannien ein solcher
Universal-Einstieg noch eine Forderung ist, wird dies in Österreich
als Unternehmensserviceportal bereits realisiert.

Dieser dritte Workshop zur elektronischen Beschaffung der
öffentlichen Hand war ein großer Erfolg: "Der internationale
Austausch in diesem Bereich ist enorm wichtig", sagt Paul Humann.
"Schließlich bringt das elektronische Ausschreiben dann Wirtschaft
und Gesellschaft am meisten, wenn es international einfach einsetzbar
ist."

Im Frühjahr 2012 wird auftrag.at/Wiener Zeitung den vierten
Kongress zur elektronischen Beschaffung in Wien veranstalten.
Schwerpunkte werden dann die genannten EU-Initiativen sein.

Rückfragehinweis:
Mag Elisabeth Grünmann
mailto:auftrag.at ausschreibungsservice gmbh
Wiedner Gürtel 10, 1040 Wien
mailto:office@auftrag.at
Telefon: +43 1 20699 400

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