Foglar: Pensionssystem nicht krankjammern

ÖGB fordert gesundheitsfördernde Maßnahmen

Wien (OTS/ÖGB) - Wie der Vorsitzende der Pensionskommission, Bernhard Schwarz, sieht auch ÖGB-Präsident Erich Foglar keinen großen Handlungsbedarf für weitere Reformen des Pensionssystems. Allerdings seien Maßnahmen notwendig, um das faktische Antrittsalter zu erhöhen. "Wer will, dass die Menschen später in Pension gehen, muss auch dafür sorgen, dass sie länger arbeiten können. Das heißt: Arbeitsplätze schaffen, und die Arbeitsplätze so gestalten, dass die Menschen bis zum Regelpensionsalter auch arbeiten können", sagt Foglar. Leistungskürzungen oder die Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters lehnt der ÖGB ab. "Erhöhungen des gesetzlichen Antrittsalters hatten zuletzt auch nur minimale Auswirkungen auf das faktische Antrittsalter", so Foglar.++++

"Wenn man über 60 Jahre alt ist und noch einen Arbeitsplatz hat, ist das heutzutage schon fast die Ausnahme. Denn gerade in Produktionsbetrieben sind kaum ältere ArbeitnehmerInnen zu finden", sagt Foglar. "Die Quote älterer Menschen, die noch arbeiten, ist in Österreich deutlich unter dem europäischen Schnitt. Das liegt nicht daran, dass die Älteren in Österreich nicht mehr arbeiten wollen, es liegt daran, dass zu wenig dafür getan wird, dass Menschen auch im Alter noch gesund genug zum Arbeiten sind."

Nur öffentliches Pensionssystem bietet soziale Sicherheit

Um zukünftige Finanzierungsprobleme im Pensionssystem abzuwenden, müssen in gemeinsamer Anstrengung aller Maßnahmen getroffen werden, die dazu beitragen, das faktische Antrittsalter zu erhöhen. Foglar warnt aber vor unangebrachter Panikmache: "Mit dem Krankjammern des Pensionssystems sollen die Menschen verunsichert werden. Offenbar will man sie den privaten Pensionsversicherern in die Arme treiben. Doch das öffentliche Umlagesystem ist immer noch das einzige sichere System der Altersversorgung, und das einzige, das auch sozial ausgleicht, weil zum Beispiel die Kindererziehungszeiten berücksichtigt werden." Auch eine Mindestpension gebe es nur im öffentlichen Pensionssystem.

Positiv sieht der ÖGB die geplante Maßnahme Rehabilitation statt Invalitätspension. Von 100.000 Pensionsantritten jährlich entfallen 30.000 auf die Invaliditätspension. Foglar: "Mit Rehabilitation statt Invaliditätspension kann hier immens viel erreicht und das Pensionssystem auch finanziell entlastet werden." Verbesserungen müsse es zudem für SchwerarbeiterInnen geben. Wer allerdings jahrelang für einen Betrieb Schwerarbeit geleistet hat und dadurch körperlich nicht in der Lage ist, bis zum Regelpensionsalter zu arbeiten, darf nicht bestraft werden. "Der ÖGB wird sich daher weiterhin für eine gerechte Schwerarbeitsregelung einsetzen", so Foglar.

Vollbeschäftigung und gute Einkommen sind beste Sicherung des Pensionssystems

Die langfristig besten Garantien für ein sicheres Sozial- und Pensionssystem sind immer noch Vollbeschäftigung und gute Einkommen. Vor diesem Hintergrund wiederholt Foglar seine heftige Kritik an den geplanten EU-Eingriffen in nationale Lohnabschlüsse und Sozialsysteme. Die Vertreter der EU-Kommission hätten Druck gemacht, die Mindestlöhne und Pensionen zu kürzen und die Arbeitsmärkte flexibler zu machen. Foglar: "Die Idee der Europäischen Union war sicher nicht Solzialdumping."

Der ÖGB fordert:

  • Sicherung des Umlage-Pensionssystems
  • Gerechtes System für alle Pensionsarten: gleiche Beiträge für alle
  • Verbesserung der Schwerarbeitspension
  • Arbeitslosengeld bis zum Regelpensionsalter statt vorzeitigem Pensionsantritt ermöglichen
  • Pensionskassen: garantierter Mindestertrag
  • Wahl- und Wechselmöglichkeit zwischen Pensionskassen(fk/ch)

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