Medizinquote: Ärztekammer unterstützt Bundesregierung

Dorner: Moratorium notwendig - postpromotionelle Ausbildung reformieren - Arbeitsbedingungen für Ärzte attraktiver machen

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) unterstützt die Bemühungen der Bundesregierung zur Verlängerung der Quotenregelung an den medizinischen Universitäten Österreichs. Dies sei laut ÖÄK-Präsident Walter Dorner eine von mehreren notwendigen Maßnahmen, um einen zukünftigen Ärztemangel zu verhindern. Ohne Quoten an den Medizinuniversitäten würde Österreich buchstäblich von ausländischen Studenten überschwemmt, die dann zum überwiegenden Großteil in ihre Heimat zurückkehren und schwere Probleme in der österreichischen Gesundheitsversorgung hinterließen, sagte Dorner Freitag in einer Presseaussendung.

Großen Veränderungsbedarf sieht der Ärztepräsident in diesem Zusammenhang aber bei der postpromotionellen praktischen Ausbildung. Wie der Jungärzte-Referent der Ärztekammer für Wien, Martin Andreas, erläuterte, gebe es zurzeit "das ungeschriebene Gesetz, wonach junge Medizinabsolventen nicht direkt in eine Facharzt-Ausbildung einsteigen können, sondern den Umweg über eine Ausbildung zur Allgemeinmedizin - den Turnus - gehen müssen". Das verlängere die praktische Ärzteausbildung auf mindestens neun Jahre. Andreas: "Das führt zur Situation, dass gerade in Wien die Wartezeiten auf Ausbildungsstellen in den Spitälern nach wie vor drei Jahre betragen." Daher würden immer mehr Jungärztinnen und Jungärzte nach Deutschland auswandern, die sehr attraktive Stellen in den Krankenhäusern anböten. "Um einem hausgemachten Ärztemangel in Österreich entgegenzuarbeiten, ist es dringend erforderlich, etwa auch in Wien den direkten Einstieg in eine Facharztausbildung nach dem Medizinstudium zu ermöglichen", forderte Andreas.

Ärztepräsident Dorner sieht generell die Gefahr, dass immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte bereit sein würden, sich auf Dauer in Österreich in einer Ordination niederzulassen oder im Spital zu arbeiten. Dorner: "Wir bilden zwar genügend Mediziner aus, doch wollen diese zunehmend nicht mehr unter den gegebenen Bedingungen als Ärzte in Österreich arbeiten." Anforderungsprofil, Verantwortung und Einsatz entsprächen nicht mehr den Lebenserwartungen der jungen Menschen. Dorner: "Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen, den Ärzteberuf wieder attraktiver zu machen!" (ms)

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