Blecha: Nur an einer Pensions-Schraube drehen: Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters

Frühpension soll in Zukunft nur mehr eine Ausnahme sein, brauchen altersgerechte Arbeitswelt

Wien (OTS/SK) - Im Vorfeld der am kommenden Montag
zusammentretenden Pensionskommission stellt Pensionistenverbands- und Seniorenrats-Präsident Karl Blecha heute, Freitag, klar: "Das faktische Pensionsantrittsalter muss steigen. Das ist die einzige Pensionsschraube, an der wir drehen können. Über 40 Prozent der Frühpensionisten kommen aus der Arbeitslosigkeit. Daher müssen wir am Arbeitsmarkt und in den Betrieben Maßnahmen setzen!" ****

Der PVÖ-Präsident kritisiert "die gängige Praxis vieler vor allem größerer Unternehmen, ältere Arbeitnehmer in die Pension zu 'entsorgen' bzw. ihnen den Abschied in die Pension 'schmackhaft' zu machen. Und weiter: "Viele ältere Dienstnehmer werden von ihrem Dienstgeber in die Pension gedrängt, da darf man sich nicht wundern, dass das Pensionsantrittsalter so niedrig ist!"

Der Pensionistenverbands-Präsident schlägt eine Reihe von Maßnahmen vor, die "das Pensionsklima verändern sollen: Denn die Frühpension soll in Zukunft nur mehr eine Ausnahme sein!" Die Dienstgeber sollen laut Blecha stärker in die Pflicht genommen werden. So soll ein verbesserter Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer eingeführt werden. Blecha kann sich auch "eine Pönale" für Betriebe vorstellen, die sich älterer Dienstnehmer "entledigen" und bei Kündigung eines älteren Beschäftigten sollen sie eine gewisse Zeit die Kosten der Arbeitslosigkeit zahlen.

In den Betrieben könnte die bisher freiwillige Gesundheitsvorsorge zu einer Verpflichtung umgewandelt werden. Blecha betont, dass eine altersgerechte Arbeitsorganisation in den Betrieben erst Eingang finden muss. Hierfür schlägt Blecha spezielle Beratungsstellen für Betriebe vor.

Blecha: "Wir müssen erkennen, dass die Zukunft in altersgerechten Arbeitsplätzen liegt - dafür brauchen wir gesunde Arbeitsbedingungen, ergonomische Büros, eine besondere Gefahrenverhütung, die Reduktion von Schwer- und Schichtarbeit bei älteren Dienstnehmern, angepasste Pausenregelungen und arbeitsmedizinische Sonderprogramme. "Zu einer altersgerechten Arbeitswelt gehören auch ein neuer Führungsstil in den Geschäftsführungen, ein neues Leitbild mit einer guten Durchmischung der Belegschaft mit jüngeren und älteren Dienstnehmern und neue Altersteilzeitmodelle."

Der PVÖ-Präsident kritisiert auch das "Ausgrenzen" älterer Dienstnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen und damit Karrieresprüngen. "Wir müssen das reiche Erfahrungswissen, die hervorragende Entscheidungs-, Urteils- und Kommunikationsfähigkeit, die Zuverlässigkeit und das Verantwortungsbewusstsein und die Loyalität von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr schätzen. Denn sie sind zu gut, zu wichtig und zu wertvoll, als dass man sie in die Frühpension abschiebt", so Blecha. (Schluss) sv/mp

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