Umweltorganisation: Schluss mit Gelsenhysterie und Placebos!

Maßnahmen haben Schadenspotenzial sind aber nicht zielführend

Wien (OTS) - Gegen die Gelsenhysterie im Zusammenhang mit der Donau-March-Thaya Region spricht sich die Umweltorganisation VIRUS aus. Sprecher Wolfgang Rehm: "Man braucht doch bitteschön nicht so zu tun als wären sogenannte Gelsenplagen ein Phänomen, das erst in jüngerer Zeit auftritt." VIRUS geht davon aus, dass aufwändige Maßnahmen zur Gelsenbekämpfung aus der Luft nicht den angepeilten Effekt erzielen, aber dazu dienen anstelle der gebotenen Gelassenheit die Hysterie weiter anzuheizen.

Je nach Witterung gebe es bei den Stechmückenpopulationen ein Auf und Ab. "Ich bin selbst in Marchegg aufgewachsen und mit Gelsen groß geworden und kann daher sagen, dass die 2000er Jahre keinesfalls mit den 70er Jahren wo es regelmäßig von Mai bis Oktober durchgehend viele Gelsen gab, Schritt halten können." so Rehm. Dass es in den Feuchtgebieten Gelsen gebe müsse allen seit Jahrzehnten bekannt sein, sei also kein Grund zur Überraschung. "Alle die dort leben, müssen wissen woran sie sind. Und genauso wie Wüstenbewohner nicht beliebig Wasser verschwenden können, geht's an March und Thaya nicht ohne Gelsengitter an den Fenstern, braucht es oft lange Beinkleider und kann man eben nicht immer abends auf der Terrase sitzen. Letztendlich ist der Umgang mit Gelsen eine Einstellungssache bei der auch der sinnvolle Umgang mit den eigenen Aggressionen gelernt werden kann," fasst Rehm die Rahmenbedingungen zusammen.

Aus Sicht des Naturschutzes dürfe auch nicht vergessen werden, dass die das Marchfeld begrenzenden Feuchtgebiete das einzige sind, was diese Region an Ausstattung von internationaler Bedeutung zu bieten hat. Der Einsatz von so genannten Bti-Präparaten sei zwar weniger schlimm als der von Chemiewaffen, aber dennoch keinesfalls als unbedenklich einzustufen. Dadurch würden Insekten aus einem breiteres Artenspektrum ausgelöscht werden, die als Nährtiere für Vögel, Säugetiere Fische etc. dienen. "Und auch Mückenpopulationen bilden einen wichtigen Teil der Biomasse in der Nahrungskette, reduziere ich durch Bekämpfungsmaßnahmen massiv das Nahrungsangebot, so hat dies negative Auswirkungen auf das Ökosystem," warnt Rehm. Auwälder und Feuchtwiesen seien in den letzten Jahrzehnten ohnehin schon massivst zurückgedrängt worden. Das trilaterale Ramsar-Schutzgebiet umfasse insgesamt deutlich mehr Flächen als jene die auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. "Es ist kontraproduktiv, wenn die Drahtzieher dieser Aktionen nun unterm dem Deckmantel des Gelsenschutzes die Bevölkerung zum Feldzug gegen Hochwasserschutzbauten aufrufen und dann nach dem Muster der Aktionen in den späten 60er Jahren vielleicht auch noch jeder Vogelrastplatz in den temporär mit Wasser gefüllten Senken des Auenvorlandes zugeschüttet werden soll", kritisiert Rehm abschließend.

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