"KURIER"-Kommentar von Otto Klambauer: "Stimme der Vernunft"

Österreich muss seine Rolle als Mahner vor Atomtechnik in der EU wahrnehmen.

Wien (OTS) - Selten zuvor hat sich der freiwillige Verzicht Österreichs auf friedliche Nutzung der Atomkraft so sehr bestätigt wie jetzt im Schatten der Katastrophe in Japan. Derzeit ist Österreich in der EU das Herzeige-Land in Sachen AKW-Verzicht.
Auch wenn am Dienstag im Nationalrat heftig gestritten wurde, wer denn nun der bessere AKW-Gegner sei: Dass die Bundesregierung auf EU-Ebene alles daransetzt, ein Umdenken in der Atomenergie-Politik zu erreichen, ist höchst anerkennenswert. Natürlich stößt Wiens Kurs an seine Grenzen: Es ist unrealistisch zu glauben, man könne Frankreich zum Verzicht auf seine 58 Reaktoren zwingen. Aber die heftige Atom-Debatte in Deutschland und Italiens Stopp aller AKW-Pläne beweisen, dass ein Umdenken in der Luft liegt.
Dass Kommissionspräsident Barroso einer EU-weiten Anti-AKW-Bürgerinitiative eine Abfuhr erteilt, ist kein Akt der Böswilligkeit: Ihm sind durch den Lissabon-Vertrag die Hände gebunden. Aber vielleicht kann Faymann die Partner auf dem EU-Gipfel überzeugen, dass eine grundlegende Überprüfung der AKW-Sicherheit von Temelin bis Krsko dringend nötig ist. Die Autorität als Mahner hat Österreich. Das sollten wir ausnutzen.

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