Windbüchler-Souschill: Grüne fordern Jugendwohlfahrtsbeauftragte

Zum Schutz aller Kinder braucht es Koordination über Ländergrenzen hinweg

Wien (OTS) - Länderinteressen unter einen Hut zu bringen ist für das Familien- und Jugendministerium unmöglich. Zuerst hat sich Minister Mitterlehner beim bundeseinheitlichen Jugendschutz die Zähne ausgebissen hat; Staatssekretärin Remler geht es beim gemeinsamen Rahmen für die Jugendwohlfahrt nicht viel anders. Die Länder fürchten sich vor den Kosten einer Qualitätssicherung, was ihnen die Kritik jener Organisationen einbringt, die tagtäglich mit Kindern und Jugendlichen zu ihrem Wohle arbeiten.

"So ist kein Gesetz zu machen! Noch immer hängt die Betreuung von Kindern und Jugendlichen von der Postleitzahl ab. Manche Bundesländer haben nicht einmal ein Krisenzentrum, in anderen müssen schutzsuchende Kinder und Jugendliche in überfüllte Einrichtungen. SozialarbeiterInnen in der Jugendwohlfahrt können nur "Feuerwehr" in Krisensituationen spielen, für Prävention und langfristige Betreuung von Kindern und Jugendlichen fehlen Geld und ein gesetzlicher Rahmen. Wie lange wird hier noch herumlaviert?", fragt sich die Grüne Kinder-und Jugendsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill.

"Der vorliegende Entwurf des Familienministeriums sieht nicht vor, dass finanzielle und personelle Ressourcen zum Wohle und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen österreichweit einheitlich aufgestockt werden. Der Kapazitätenmangel innerhalb der neun Jugendwohlfahrtsträger ist untragbar. Ein einheitlicher Personalschlüssel und mehr Geld, die Festsetzung von internationalen Qualitätsstandards und die Installierung einer oder eines bundesweiten Jugendwohlfahrtsbeauftragten mit Berichtslegung im Parlament sind für eine moderne Jugendwohlfahrt unumgänglich", ist die gelernte Sozialarbeiterin überzeugt von der Möglichkeit Reformen zum Wohle aller Kinder und Jugendlichen auch wirklich voran zu treiben.

"Kinder schützen, Jugendliche ernst nehmen und die Jugendwohlfahrt wirklich zu unterstützen müssen Ziele eines bundeseinheitlichen Gesetzes sein. Um dies alles zu gewährleisten braucht es auch eine überparteiliche Koordinierungsstelle für alle Jugendwohlfahrtsträger. Qualitätssicherung, Berichtslegung von bundeseinheitlichen Daten, Unterstützung der Jugendwohlfahrt, aber auch Kontrolle der Finanzgeber ist mehr als dringend erforderlich", fordert Windbüchler-Souschill. Sie erwartet sich im morgigen eine positive parlamentarische Beschlussfassung des Antrages der Grünen zur Installierung einer oder eines Jugendwohlfahrtsbeauftragten.

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