Die afrikanischen Frauen sind im Aufbruch

Viele Fortschritte, aber noch viel mehr Arbeit bis zum Ziel.

Wien (OTS/ÖGB) - "Überall in Afrika stehen Frauen für ihre Rechte ein, organisieren sich in Verbänden und drängen auf den Arbeitsmarkt", erzählt Evelyn Benjamin- Sampson, stellvertretende Direktorin der Abteilung für "Gender und Jugend" der Organisation of African Trade Union Unity (OATUU). Am Rande eines Studienbesuches in Wien spricht sie gemeinsam mit der Gewerkschafterin Laura Hutchison-Ekpe über Fragen der Bildung, der sozialen Sicherheit und der Gesundheit von Frauen in Afrika.++++

"Wir haben es geschafft, dass ein Umdenken stattfindet und heute Mädchen in Afrika fast genauso oft zur Schule geschickt werden wie Jungen", so Benjamin-Sampson. Noch in der vorhergehenden Generation war es üblich, den Burschen Bildung zu ermöglichen, während die Mädchen für die Hausarbeit "eingesetzt" wurden. Aber heute gilt leider noch: "Wenn die Mutter krank wird, muss die Tochter den Haushalt übernehmen. Deshalb kommt es bei Mädchen verstärkt zum Schulabbruch". Benjamin-Sampson ist überzeugt: "Es ist ein grundlegenderes Umdenken notwendig, weg vom ?Mädchen in der Küche und Burschen beim Fussballâ–ˆ, hin zu einer einheitlichen Erziehung. Das wird vielen Frauen den Bildungsweg eröffnen, der ihnen das nötige Selbstbewusstsein geben wird, um in der Welt zu bestehen".

Viele Frauen in Afrika sind sozial nicht abgesichert. Die überwiegende Mehrheit arbeitet im informellen Sektor und hat damit keinerlei Rechte, weder auf einen Mindestlohn noch auf Mutterschutz. Frauen sind auch viel stärker von Armut betroffen und werden mit der Erziehung der Kinder und der Hausarbeit völlig alleine gelassen. "Die Frauen, die im informellen Sektor tätig sind, zum Beispiel Feldarbeit, müssen währenddessen ihr Kind angebunden an ihrem Rücken mittragen", illustriert Benjamin-Sampson die Situation vieler Frauen.

Laura Hutchison-Ekpe vom Trade Union Kongress in Ghana (TUC) ist stolz auf die bisherige Entwicklung: "In Ghana ist das Prinzip des ?Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? in der Verfassung festgeschrieben, in einigen weiteren afrikanischen Ländern auch". Die Kampagne "Gender is my Agenda", in der es um Sensibilisierung für häusliche Gewalt gegen Frauen geht, wurde in Ghana und fünf weiteren afrikanischen Ländern gestartet. Besonders wichtig für die beiden GewerkschafterInnen ist die gesundheitliche Absicherung von Frauen:
"Von ihr hängt auch die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder ab. Dabei ist beispielsweise die Müttersterblichkeitsrate im südlichen Afrika weltweit am höchsten". "Es hat sich zwar innerhalb weniger Generationen viel getan, dennoch gilt es noch vieles zu verbessern", so Benjamin-Sampson.

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