Neustrukturierung des Intermodal-Verkehrs durch ÖBB bringt Österreichs Wirtschaft in Bedrängnis

Neustrukturierung praktisch ohne Vorlaufzeit umgesetzt - Deutliche Preiserhöhungen und Ausdünnung des Bahnangebotes wird zu Rückverlagerung des Verkehrs auf die Straße führen

Wien (OTS/PWK199) - Das an sich richtige Bestreben der ÖBB,
ihre Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) rentabler aufzustellen, hat durch die Art der Umsetzung drastische Folgen für die Österreichische Wirtschaft. Zu dieser Analyse kommt Walter Mönichweger, Fachverbandsobmann der Spediteure in der WKÖ. Die Etablierung des neuen "Nationalen Intermodalen Netzwerk Austria" (NINA) durch die RCA wird innerhalb von nur drei Wochen umgesetzt -praktisch ohne jede Vorlaufzeit für die Unternehmen in Österreich.

Im neuen System NINA fungiert Wels als zentraler Hub mit Verbindungen nach Wien, St. Michael (Stmk), Graz, Villach, Salzburg, Hall, Bludenz und Wolfurt, wobei die Frequenz dieser Verbindungen deutlich gesenkt wird. Unternehmen und Logistikzentren abseits dieser Hauptrouten stehen Preiserhöhungen um bis zu 300 Prozent ins Haus! "Auf gewissen Relationen liegt damit der Preis für die Schienenstrecke schon höher als die Kosten für einen durchgehenden Lkw-Transport. Eine Rückverlagerung großer Güterströme auf die Straße ist damit unausweichlich", sieht Mönichweger Probleme auf den Wirtschaftsstandort Österreich zukommen, nicht zuletzt auch aus ökologischer Sicht. "Auch wenn das Streben von Rail Cargo Austria nach höherer Wirtschaftlichkeit der Verkehre grundsätzlich richtig ist, sollten die Maßnahmen in ihrer Konsequenz dem Verkehrsträger Schiene dienen und nicht nachhaltig schaden. Damit wird letztlich auch der Wunsch der Politik nach mehr Verkehr auf der Schiene konterkariert."

Betroffen von der Neuordnung sind auch die für die österreichische Wirtschaft so wichtigen Bahnverkehre in und aus den Seehäfen. Mehrere hunderttausend Container werden jährlich auf der Bahn schwerpunktmäßig nach Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam gefahren oder von dort nach Österreich befördert. "Die enormen Preissteigerungen dieser Vor- bzw. Nachläufe werden am Markt, sprich bei den vielen Produzenten und Händlern, nicht durchzubringen sein. Auch hier könnte es zu dramatischen Verlagerungen auf den Lkw kommen", mahnt Mönichweger.

Besonders bedauert wird von der Wirtschaftskammer die Informationspolitik der ÖBB bei der Neuordnung des Intermodalen Verkehrs. Bei der Neuordnung dieses Verkehrssystem, an dem so viele Industrie- und Handelsunternehmen sowie Spediteure aktiv partizipieren, wären ein gemeinschaftlicher Ansatz, eine Preisfindung mit Augenmaß und eine entsprechende Vorlaufzeit unbedingt erforderlich gewesen. (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Spedition & Logistik
Mag. Alexander Piekniczek
Tel.: T:(+43) 0590 900-3252, F:(+43) 0590 900-282
spediteure@wkoesk.or.at
http://wko.at/spediteure

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0004