"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Chance für Bundesheer"

Die Regierung spricht in einem Anfall von Vernunft über eine neue Armee.

Wien (OTS) - Irgendeine Zeitung hat dem KURIER kürzlich vorgeworfen, wir würden eine Kampagne zur Beibehaltung der Wehrpflicht organisieren. Das ist natürlich Unsinn. Qualitätszeitungen berichten über Kampagnen, veranstalten sie aber nicht.
Es hat sich freilich in den letzten Tagen herausgestellt, dass ein derart komplizierter Vorgang wie die grundlegende Neuorganisation einer Armee weder durch Kampagnen, noch durch Ankündigungen umgesetzt werden kann. Das erlebt gerade auch der Nachfolger des smarten Deutschen Karl-Theodor zu Guttenberg.
Unser Problem liegt darin, dass alle österreichischen Verteidigungsminister der letzten 20 Jahre das Ende des Ostblocks nicht in ihre Planungen einbezogen haben. Spät, aber doch, müssen wir uns auf die neue Lage, freilich auch auf neue Bedrohungen einstellen. Welche Armee kann unser Land verteidigen und wie sieht ein Katastrophenschutz im Lichte der Ereignisse von Japan aus? Darüber sollen die Politiker jetzt mit den Experten reden. Und dafür können sie sich die nötige Zeit nehmen.Was in 20 Jahren versäumt wurde, kann nicht über Nacht geklärt werden.
Die schnelle Schlagzeile hilft niemandem, eine gute Lösung wird vielleicht einmal Leben retten.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Chefredaktion
Tel.: (01) 52 100/2601

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001