Rübenbauern-Chef Karpfinger für Vernunft und Seriosität in Energiedebatte

Wer aus Atom und Erdöl raus will, muss Bioenergie als Teil eines Energiemix akzeptieren

Wien (OTS/aiz.info) - "Wer 'A' sagt, muss auch 'B' sagen. Das heißt, wer 'A' wie Atomkraft für eine gefährliche Energiequelle hält und einen allmählichen Ausstieg herbeiführen will, muss dann auch 'B' sagen, nämlich Bioenergie als eine der Alternativen dazu akzeptieren", forderte der Präsident der Rübenbauern, Ernst Karpfinger, heute eine von Vernunft und Seriosität statt von ideologischen und parteipolitischen Interessen getragene Energiedebatte. "Die von der Reaktorkatastrophe in Japan aufgeworfenen Sicherheitsfragen bei der Atomkraftnutzung und die mit der Erdölnutzung verbundene CO2-Problematik Endlichkeit der Ressourcen sowie Auslandsabhängigkeit zeigt deutlich, dass wir bei unserer Energieversorgung in Zukunft stärker in die Entwicklung von Alternativen zu Erdöl und Kernkraft investieren und auf einen breiteren Energiemix umstellen müssen. Bioenergie ist ein Teil dieses Energiemix, die vernünftig und nachhaltig produziert sowie richtig eingesetzt, zu einem umweltverträglichen Umstieg in der Versorgung beiträgt."

Karpfinger verwehrt sich gegen "ein Schwarz-Weiß-Denken und einseitiges Verteufeln der einen oder anderen Energieform" in der laufenden Debatte. Es sei sowohl klar, dass Atomkraft und Erdölnutzung nicht von heute auf morgen ersatzlos abgeschafft werden könnten. "Es muss aber auch klar sein, dass wer aus dem Einen allmählich raus will, in was Anderes rein muss. Wer sich dabei mit objektiv falschen Killerargumenten justament, ideologisch oder aus Gewinndenken motiviert, gegen alternative Energieformen wie Bioenergie, die nachweislich Umweltvorteile bringt, stellt, verhindert jegliche Entwicklung und schadet der Zukunft", so Karpfinger. Die Landwirtschaft als Produzent von Rohstoffen für Bioenergie habe dabei immer betont, dass für sie das Prinzip "zuerst der Teller, dann der Trog und dann erst der Tank" gelte und es nicht um schnellen Gewinn auf Kosten der Nahrungsmittelpreise und des nachhaltigen Umganges mit den Produktionsressourcen gehe.

"Wir stellen keinen Anspruch, die allein seligmachende Heilbotschaft aufzwingen zu wollen, wir wissen aber, mit Bioenergie einen Beitrag zu einem nachhaltigen und umweltverträglichen Energiemix leisten zu können. Wer aber strikt 'Njet' zu Bioenergie sagt, der verhindert auch auf diesem Sektor jede Weiterentwicklung, die selbstverständlich auch hier notwendig ist. Ohne eine erste Generation von Bioenergie wird es aber auch keine zweite und dritte geben können", so Karpfinger.

Kritik an Torpedieren der E10-Einführung in Deutschland durch Autoindustrie

Als "besonders fies" kritisierte Karpfinger, "wie Erdöllobbyisten und -gewinner wie jüngst die deutsche Autoindustrie mit vorgeschobenen Argumenten der vermeintlichen technischen Unverträglichkeit ihrer Produkte gegen Bioethanol zum Beispiel die Einführung des Kraftstoffes E10 torpedieren wollen. Ich frage mich, ob das ein Aushängeschild für die nach eigenen Angaben beste Autoindustrie der Welt ist, wenn sie behauptet, ihre Fahrzeuge nicht mit E10 zum Laufen bringen zu können, wenn es ihr Mitbewerb aus Japan oder den USA ohne viel Aufhebens mit Selbstverständlichkeit schafft?" Selbst deutsche Autos, die in Brasilien auf den Markt kommen, seien "biosprittauglich", während ihre europäischen Markengeschwister das nicht sein sollten.
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