Kirchenumfrage: Tendenziöse und unseriöse Interpretation

Vom "Anti-Kirchenvolksbegehren" verbreitete Umfragedaten zeigen eher Wünsche der Autoren als Lage der Kirche

Wien, 21.03.11 (KAP) Als "tendenziös und wissenschaftlich unbrauchbar" hat der Wiener Pastoraltheologe und Religionssoziologe em.Prof. Paul Zulehner eine am Sonntag veröffentlichte Darstellung von Umfrageergebnissen zur Lage der katholischen Kirche in Österreich kritisiert. Die Träger des laufenden "Anti-Kirchenvolksbegehrens" hatten unter Berufung auf eine Integral-Umfrage behauptet, die Kirche habe einen "dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust" erlitten.

Die Darstellung der Studie und deren Interpretation zeigten eher die Wünsche der Autoren als die tatsächliche Lage der Kirche, so Zulehner in einer Stellungnahme am Montag gegenüber "Kathpress". Sein Fazit über die vorgelegten Daten: "Damit setzt die dahinter stehende relativ kleine Gruppe ihre Verschleierungspolitik gekonnt fort."

Der Wiener Theologe war von Beginn an in die Auswertung der seit Jahren regelmäßig durchgeführten europäischen Wertestudien eingebunden und wertet das religiöse Leben der Österreicher seit Jahrzehnten empirisch aus. Als Beispiel für die Unseriosität der jetzt vorgelegten Interpretation der Integral-Umfrage nannte Zulehner den "Kurz-Schluss", dass jene Katholiken, die an einen Kirchenaustritt denken, diesen Schritt auch tatsächlich setzen.

Er selbst in Zusammenarbeit mit GfK Austria im vergangenen Sommer -also nach dem Aufflammen der Missbrauchsdebatte - ebenfalls die Frage nach der Austrittsbereitschaft gestellt. Der damals erhobene Prozentsatz von 32 sei sogar höher gewesen als der jetzt von Integral vorgelegte. Aber, so Zulehner: Von den "Anwälten des (Anti-)Kirchenvolksbegehrens" werde nun behauptet, dass alle über einen Kirchenaustritt Nachdenkenden sich auch so entscheiden, wie sie - die Kirchengegner - es gerne hätten. Es hätte sich gezeigt, dass nur ein Bruchteil auch tatsächlich austritt.

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