Spechttrommeln als Frühlingssignal

Frühlingserwachen in Bundesforste-Schutzgebieten - Spechttrommeln, Bärlauchteppich und "Primavera" als erste Vorboten

Wien/Purkersdorf (OTS) - Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, erwacht die Natur zu neuem Leben. "Wer dieser Tage", so Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste, "aufmerksam durch die Natur geht, kann sie schon mancherorts erblicken - die ersten Vorboten des Frühlings." Ein besonderes Naturschauspiel ist im Nationalpark Kalkalpen zu beobachten. "Wenn die Spechte zu trommeln beginnen, wissen wir: Jetzt kommt der Frühling!", erklärt Erlacher das Jahreszeit bedingte Hämmern der Spechte. Dieses dient, anders als vielfach angenommen, nicht der Nahrungssuche, sondern dem Anlocken und Werben eines Partners. Je nach Spechtart kann dies lautstark ausfallen. "Frühlingszeit bedeutet Balzzeit für die Spechte", so Erlacher, "ein wahres Trommelkonzert!". Auch im Nationalpark Donau-Auen sind die ersten Frühlingsboten sichtbar: Schneeglöckchen zeigen ihre grünen Spitzen und bilden einen weißen Blütenteppich, im Biosphärenpark Wienerwald gehen die ersten Buchen in Saft und beginnen zu rauschen. "Mehr als die Hälfte der von uns betreuten Naturflächen stehen unter Schutz", erläutert Erlacher. "Dazu gehören der Nationalpark Donau-Auen, der Nationalpark Kalkalpen und der Biosphärenpark Wienerwald."

Trommelkonzert zu Frühlingsbeginn

Der Nationalpark Kalkalpen ist eines der bedeutendsten Waldschutzgebiete Mitteleuropas. Die Vielfalt seiner Waldwildnis beherbergt 6 Spechtarten - Schwarz-, Weißrücken-, Grau-, Grün-, Bunt-und Dreizehenspecht. Die Balzlaute sind unterschiedlich, während ein "Trommelwirbel" beim Buntspecht nur 0,6 Sekunden dauert, zieht sich dieser beim Dreizehenspecht mit bis zu 1,8 Sekunden in die Länge. Letzterer ist sehr vertraut, leicht zu beobachten und bevorzugt Fichten reiche Wälder. Die von März bis Mai dauernde Balzzeit wird durch Nahrungssuche und Nisthöhlenbau, die die Spechte gerne in Baumhöhlen errichten, unterbrochen. "Spechte sind wichtige Indikatoren für natürliche Wälder", erklärt Erlacher. "Mit naturnahem Waldmanagement schaffen wir ideale Lebensraumbedingungen für Waldvögel." Seit 2008 arbeiten die ÖBf gemeinsam mit Ornithologen an einem wissenschaftlichen Projekt zur Erhebung der Spechtfauna. Im Nationalpark Kalkalpen sind die Bundesforste mit einem eigenen Betrieb in das Management eingebunden und übernehmen Gebietsaufsicht, Wald- und Wildmanagement sowie Teile der Besucherbetreuung und Infrastruktur.

Schneeglöckchen-Teppich in den Donau-Auen

Jahr für Jahr verwandeln die Schneeglöckchen die Au in ein weißes Blütenmeer und ziehen tausende BesucherInnen in die Wildnis vor den Toren Wiens: den Nationalpark Donau-Auen. Für farbliche Abwechslung sorgt das Blühen des Gelben Hartriegels, auch Dirndlstrauch genannt, der gemeinsam mit den Schneeglöckchen zu den ersten Frühlingsblüten in der Au zählt. Weitere Frühblüher sind die Grüne Nieswurz, die ihren Namen seinerzeit der Weiterverarbeitung zu Niespulver verdankt, der Huflattich, ein in der Volksmedizin besonders bei der Erkrankung von Atemwegen gern eingesetztes Mittel, das Buschwindröschen oder auch das Gelbe Windröschen. Der Nationalpark Donau-Auen erstreckt sich über eine Fläche von 9.300 Hektar, rund die Hälfte davon stellen die Bundesforste als einer von fünf Grundbesitzern. Der ÖBf-Nationalparkbetrieb mit Sitz im Schloss Eckartsau ist beliebter Startpunkt für Naturwanderungen und bildet das grüne Tor zur Wildnis.

So rauscht der Frühling im Wienerwald

"Das In-Saft-Gehen der Bäume ist das forstliche Zeichen für den Frühlingsbeginn", erklärt Erlacher. "Die Bäume beginnen das Wasser wieder aus dem Boden aufzusaugen, das Fließen des "Saftes" unter der Rinde ist mit Stethoskop deutlich zu hören." Die "Primavera" zählt zu einer der ersten Buchen im Wienerwald, die zu "rauschen" beginnt. Auch die Tierwelt erwacht aus dem Winterschlaf, wie etwa die kleine Haselmaus, der die ÖBf gemeinsam mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management ein Artenschutzprojekt gewidmet haben, das das Vorkommen des kleinen Nagers im Wienerwald untersucht. Die Amphibien lösen sich aus ihrer Winterstarre und beginnen bereits Anfang März mit der Paarungszeit. Zum Schutz auf ihrer Laichwanderung errichten die Bundesforste an ausgewählten Standorten Amphibienzäune, die Kröten, Frösche und Feuersalamander auf ihrem Laichzug schützen. Der "Knoblauch des Wienerwaldes" - der Bärlauch - treibt seine ersten Blätterspitzen durch den Erdboden, besonders leicht zu finden ist er an frisch-feuchten, halbschattigen Standorten, an Bachrändern oder in der Au. In den Biosphärenpark Wienerwald bringen die Bundesforste rund ein Drittel der Fläche ein und sind größter Grundbesitzer und Naturraumbetreuer im Schutzgebiet.

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