Der missbrauchte Elternstreit

Was die Scheidungsanwältin Dr. Klaar unter einem Tsunami versteht

Wien (OTS) - Familiengerichte entscheiden nicht gemäß Kindeswohl, sondern nach dem Konfliktniveau der Eltern. Das ist nicht nur ein häufiger Erfahrungsbericht unserer Mitglieder, sondern wird auch in der Studie "Kinder und getrennte Eltern" von Max Haller dargelegt. Haller spricht sich für einen "zeitweisen (u.U. mehrjährigen) Verzicht des Besuchsberechtigten auf sein Kontakt- und Besuchsrecht" bei "stark konfliktbelasteten nachehelichen Partnerbeziehungen" aus.

Was tut daher eine Mutter, die es, geleitet von "nachehelichen Gefühlen" wie Rachsucht, verletzter Stolz etc., ihrem Ex-Partner heimzahlen möchte? Sie wird einen Konflikt inszenieren bzw. für das Gericht gut sichtbar verstärken. Auch unwahre Behauptungen, die von der Gegenseite scharf zurückgewiesen werden, erfüllen diesbezüglich ihren Zweck. Aufgrund des offen ausgetragenen Konflikts verliert der nicht obsorgeberechtigte Elternteil ganz oder teilweise den Kontakt zu den Kindern: Mit der häufigen Begründung, dass ein intensiverer Kontakt zu den Kindern spannungserhöhend wirken würde, wird das Besuchsrecht vom zuständigen Gericht ausgesetzt, ins Besuchscafé verlagert oder stark eingeschränkt.

Man könnte nun einwenden: Wie kann das Berechnung sein, woher sollten Frauen das wissen? Nicht alle lesen die Studie von Prof. Haller! - Frauen wissen von der Methode durch eine Vielzahl subventionierter Beratungsstellen, Jugendämter, Anwälte etc. Alle diese Beteiligten profitieren vom Elternstreit: durch Honorare, Subventionen oder durch Schaffung bzw. Sicherung ihrer Arbeitsplätze.

Wiederentdeckt wurde der Elternstreit im Zuge der Diskussion um die gemeinsame Obsorge von manchen Medien. So war von "Vater und Mutter im Clinch" die Rede (Kurier vom 5./6. März 2011, ähnlich der Titel von ORF im ZENTRUM vom 6. März) oder von "Väter gegen Mütter" (Der Standard vom 28. Februar). Der Elternstreit wird dadurch auf eine höhere, gesellschaftliche Ebene verlagert. Auch hier soll vermittelt werden, dass es "klare Verhältnisse" braucht und die gemeinsame Obsorge nicht praktikabel ist.

Die Scheidungsanwältin Dr. Klaar hat enorm weitsichtig in der ORF-Sendung "Hohes Haus" am 6. März von einer "Flutwelle", ja sogar von einem "Tsunami" gesprochen, wenn "das Gesetz so beschlossen wird" und damit jene Väter gemeint, die bei Gericht ab 2012 die gemeinsame Obsorge beantragen könnten. So werden Rechtsuchende nicht nur als Streitsüchtige, sondern als Katastrophe diffamiert.

In Wirklichkeit geht es nicht um den Elternstreit. Wir haben es hier mit mutwillig angezettelten Konflikten auf dem Rücken unserer Kinder zu tun. Die Profiteure haben ein Interesse, dass die Kämpfe weitergehen. Dass wissenschaftlich erwiesen ist, dass die gemeinsame Obsorge konfliktberuhigend wirkt, würden sie nie erwähnen.

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Väter ohne Rechte, Mag. Guido Löhlein
Tel. 0664 80271619, E-mail gl@vaeter-ohne-rechte.at

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