Bayr zu Int. Tag des Waldes: Agrartreibstoffe nicht nachhaltig

Energiehunger nicht mit Waldvernichtung stillen

Wien (OTS/SK) - Petra Bayr, Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, ist angesichts des Internationalen Tags des Waldes froh über die derzeitige kritische Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Beimischungsziele von agrarischen Treibstoffen:
"Gut gemeint ist oft das Gegenteil von Gut. Solange nach wie vor Primär- und Regenwälder abgeholzt werden, um Platz für den Anbau von Lebensmitteln und Futter zu schaffen - weil auf deren vormaligen Feldern jetzt Energiepflanzen angebaut werden - greifen Zertifizierungsmodelle für nachhaltige Anbaumethoden zu kurz. Die Nutzungsänderung von Flächen ist mit den derzeitigen Kontrollen nicht erfasst. Das führt dazu, dass ein Liter Agrotreibstoff oft einen duzendfach höheren CO2-Ausstoß verursacht, als konventioneller Treibstoff aus Erdöl", kritisiert Bayr die mangelnde Qualität der europäischen Nachhaltigkeits-Richtlinie für agrarische Treibstoffe. Diese sei dadurch nicht geeignet Wald wirklich ausreichend zu schützen, und Nachhaltigkeit in der Produktion von agrarischen Treibstoffen zu garantieren.****

Der Hype um Agrartreibstoffe ist die absolut falsche Antwort auf das Problem der Klimaerwärmung, ist sich Bayr auch sicher: "Es geht nicht an, dass uns jedes Mittel - und sei es auch noch so schlecht - recht erscheint, nur um unseren Energiehunger zu stillen. Viel mehr müssen wir an der Erneuerung unserer Herangehensweise an Mobilität arbeiten! Das Verbrennen von Treibstoff in einem längst nicht mehr modernen Otto-Motor, mit einem schlechten Wirkungsgrad wird uns immer in der Abhängigkeit von verbrennbarem Treibstoff halten." Ihrer Meinung nach gehört Elektromobilität, bei der der Strom aus erneuerbaren Ressourcen wie Sonne, Wind etc. kommt, die Zukunft.

Dort, wo Elektromotoren momentan noch nicht zum Einsatz kommen können und auf Mobilität nicht verzichtet werden kann, sollen moderne agrarische Treibstoffe der zweiten und dritten Generation - bei denen nicht die Frucht sondern Blätter und Stängel oder biologische Abfälle verspritet werden, zum Einsatz kommen. "Dafür ist allerdings noch einiges an Forschung und Entwicklung nötig", so Bayr. "Investitionen in die Marktreife solcher intelligenten Technologien sind durchaus sinnvoll und helfen uns sowohl, aktiven Klimaschutz zu betreiben, wie auch die Existenz der - nicht nur für den Klimaschutz und Artenreichtum - so wichtigen Urwälder und Regenwälder dieser Erde zu schützen." (Schluss) up

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