Glawischnig: Österreich soll frauenpolitisches Vorzeigeland werden

Grüne fordern mehr Tempo bei der Gleichstellung von Frauen

Wien (OTS) - "Österreich begnügt sich bei der Gleichstellung von Frauen und Männern schon viel zu lange mit der Nachzüglerrolle in Europa. Das muss sich ändern", verlangt die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig anlässlich der heutigen Demonstration für Frauenrechte in Wien. Heute vor genau 100 Jahren, am 19. März 1911, demonstrierten 20.000 Personen, überwiegend Frauen, auf der Wiener Ringstrasse und forderten unter anderem ein allgemeines Frauenwahlrecht, Arbeitsschutzgesetze, Mutter- und Kinderschutz, 8-Stunden-Tag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Senkung der Lebensmittelpreise, Einführung einer Sozialversicherung, Straffreiheit des Schwangerschaftsabbruchs und die Verhinderung des sich am Horizont bereits abzeichnenden 1. Weltkrieges. "100 Jahre später sind wir in Österreich von Frauengleichstellung immer noch meilenweit entfernt", kritisiert Glawischnig. "Ein gesetzlicher Mindestlohn von 1.300 Euro und verbindliche Frauenquoten in Politik und Wirtschaft müssen endlich umgesetzt werden. Österreich soll frauenpolitisches Vorzeigeland werden", fordert Glawischnig.

Österreich liegt im europäischen Vergleich mit einem Einkommensunterschied von 25% zwischen Frauen und Männern nur an vorletzter Stelle. Auch der Frauenanteil in Aufsichtsratsgremien ist im Vergleich zu anderen EU-Ländern unterdurchschnittlich. "Die Geduld der Frauen ist zu Ende. Wir können und wollen nicht weitere 100 Jahre auf mehr Gleichstellung warten. Wir brauchen keine Alibi-Frauenpolitik, sondern verbindliche Maßnahmen. Mit zahnlosen Absichtserklärungen und ohne Sanktionen wird das sicher nicht gehen", so Glawischnig. "Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt viel zu sehr auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Das letzteJahrzehnt hat aber deutlich gezeigt, dass uns Freiwilligkeit allein nicht weiterbringt", bemängelt Glawischnig. "Besonders bedauerlich sind Kürzungen von sozialen Leistungen durch die öffentliche Hand, weil sie Frauen mehrfach betreffen. Einsparungen im Sozialbereich gehen vor allem zu Lasten der Frauen. Denn viele Frauen arbeiten im Sozialbereich oder sind auf Betreuungsangebote angewiesen, um arbeiten gehen zu können. Wir brauchen einen Ausbau der Kinderbetreuung und der Pflege und keine Kostenerhöhungen", fordert Glawischnig.

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