SPÖ-Klubtagung Rust - Frauenberger: Die Wiener Charta, "weil gutes Zusammenleben Herz und Hirn braucht"

Rust (OTS/SPW-K) - Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger stellte bei der Klubtagung der Wiener SPÖ im burgenländischen Rust erste wesentliche Eckpunkte für die Wiener Charta des Zusammenlebens vor. Einleitend wies Frauenberger darauf hin, dass sich Wien in der Integrationspolitik eine erfolgreiche Ausgangsposition erarbeitet habe. Insbesondere mit dem "StartWien" Programm, das seit Jänner 2011 auch für EU - BürgerInnen angeboten wird, und den weiterführenden Maßnahmen habe Wien einen integrationspolitischen Volltreffen gelandet, so die Integrationsstadträtin. "StartWien" wird von 90% der NeuzuwanderInnen gleich ab Einwanderung in Anspruch genommen. Frauenberger betonte weiters, dass 60% der Menschen, die neu zuwandern, über sehr gute Qualifikationen verfügen. Es gebe jedenfalls auch eine andere Realität der Zuwanderung als die stark mit Klischees behafteten Bilder in den Köpfen vieler Menschen, räumte sie ein. Fakt ist: Die Zuwanderung aus den EU - Staaten hat mittlerweile mit jener aus den sogenannten Drittstaaten gleich gezogen. Die Spitzenreiter unter den EU - BürgerInnen, die nach Wien zuwandern, sind die Deutschen. Dazu kommt, dass die wenigsten ZuwanderInnen kommen, um langfristig zu bleiben. Die Zuwanderung von heute und morgen ist in hohem Ausmaß eine Pendelmigration. Dieses geänderte Bild der Zuwanderung wird auch untermauert durch die Wanderungsbilanzen. So sind etwa im Jahr 2009 um 2152 mehr Deutsche nach Wien zugewandert als abgewandert. Im Gegensatz dazu sind im gleichen Jahr nur mehr 56 mehr Serben nach Wien gekommen, als abgewandert sind.

Frauenberger: "Mit dem Schüren von Vorurteilen werden keine Probleme gelöst"

Abgesehen davon, dass die immer wieder strapazierten Schlagsätze wie "das Boot ist voll" jeder realen Grundlage entbehren, trage das Bedienen solcher Ressentiments nur zu einer Spaltung unserer Gesellschaft bei, unterstrich die Stadträtin in ihrem Beitrag. Frauenberger: "Das Schüren von Vorurteilen löst kein einziges Problem. Bei den Menschen zu sein, ihre Verunsicherung, ihren Ärger ernst zu nehmen, heißt nicht den Menschen nach dem Mund zu reden. Es heißt vielmehr auf Basis der Werte "soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität!" für ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt mit voller Kraft zu arbeiten, appellierte Frauenberger.

Für diesen Weg gelte es so viele Menschen wie möglich zu gewinnen. Dafür brauche es jedoch einen Grundkonsens, den die Menschen vor allem auch emotional mittragen. Zahlen, Daten und Fakten, so hieb-und stichfest sie sein mögen, und auch die besten Integrationsprogramme, die Wien mit Sicherheit hat, schaffen nämlich noch lange kein Klima des Miteinanders, sagte die Stadträtin.

Wesentliche Eckpunkte der Wiener Charta: über einen umfassenden Beteiligungsprozess mit der WienerInnen zum Kodex des Alltags

Wien gehe daher mit der Wiener Charta ganz bewusst in die Verantwortung und wolle die Menschen aktiv und umfassend in die Gestaltung eines guten Zusammenlebens mit einbeziehen, stellte die Stadträtin klar. Frauenberger: "Wir gehen diesen Weg des Dialogs, weil gutes Zusammenleben Herz und Hirn braucht. Und mit dem Herz ist man nur dann dabei, wenn man etwas selbst gestaltet, wenn man mit angepackt hat. Nur dann wird man sich mit dem, was am Ende steht auch wirklich identifizieren. " Daher sei es unerlässlich die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, in den Schulen, am Arbeitsplatz, in der Kirche wie in der Moschee, in den Krankenhäusern und im Gemeindebau. Ziel sei, ein breites und damit stabiles Bündnis für eine offene, moderne, demokratische und solidarische Gesellschaft zu schaffen.

Die Charta wird aus zwei Dimensionen bestehen:

- Die fundamentalen Grundwerte unserer Gesellschaft, die sich aus unserer Rechtsordnung und Verfassung ergeben, werden in klaren und verständlichen Worten von einer ExpertInnengruppe formuliert. Diese ExpertInnen werden im Frühjahr dieses Jahres ihre Arbeit aufnehmen.

- Darauf aufbauend gilt es jene Erwartungen, einzuarbeiten, die sich im Rahmen des geplanten breiten Dialogprozesses aus der alltäglichen Lebensrealität der WienerInnen ergeben.

Die Wiener Charta des Zusammenlebens soll zum Kodex des Alltags werden, der regelt, was in unserer Gesellschaft geht und was nicht! Geplant ist, dass die Wiener Charta am Ende in einem stadttragenden Akt von allen Beteiligten unterzeichnet wird. Die Wiener Charta solle jedenfalls die Zugmaschine auf dem Weg zu einem nachhaltig guten Klima in einer Stadt werden, auf die alle stolz sind und als ihre Heimatstadt begreifen, schloss die Integrationsstadträtin. (Schluss)

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