AKW Stresstests: Populistische Ansage ohne Glaubwürdigkeit

Umweltminister Berlakovich ist für die Geheimhaltung wichtiger Informationen zur Containmentfrage des erdbebengefährdeten AKW Mochovce direkt verantwortlich

Wien (OTS) - Die vollmundigen Aussagen von Umweltminister Berlakovich in der Sendung "Am Punkt" über "beinharte Stresstests" für AKW's besitzen keinerlei Glaubwürdigkeit. Österreich ist von Atomkraftwerken, die über kein vollwertiges Containment verfügen, geradezu umgeben. Dass die als Ersatz für die druckfeste Schutzhülle angepriesenen Druckabbausysteme im Ernstfall nicht funktionieren, hat uns die Katastrophe in Fukushima in erschreckender Deutlichkeit vor Augen geführt - die Reaktorgebäude flogen einfach in die Luft. Die Fragen des fehlenden Containments und des möglichen Versagens des Druckabbausystems sind auch für den Ausbau des AKW Mochovce von entscheidender Bedeutung. "Alle Informationen zur Frage des fehlenden Mochovce-Containments werden seit einem Jahr geheimgehalten", erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. "Minister Berlakovich trägt diese skandalöse Vorgangsweise der slowakischen Atomlobby voll mit ist politisch direkt verantwortlich. In diesem Lichte erscheinen seine Aussagen über "beinharte Stresstests" als populistische Floskeln ohne jegliche Glaubwürdigkeit", ärgert sich Pavlovec.

Die Klärung des zentralen Problems des fehlenden Containments wird auch von der EU-Kommission gefordert. Vor der bilateralen Expertensitzung zu diesem Thema im April 2010 legte die slowakische Seite eine umfangreiche Schweigeklausel vor. Kritische Experten durften ohne Unterschrift dieses skandalösen Dokuments nicht an der Sitzung teilnehmen. Die vom Umweltministerium gestellte Leitung der österreichischen Delegation unterstützte die Vorgangsweise der slowakischen Seite, Berlakovich verteidigte diese Vorgangsweise später in den Medien. "Bis heute wurden überhaupt keine Informationen über dieses zentrale Sicherheitsproblem veröffentlicht", empört sich Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte, der die Unterschrift der Schweigeklausel verweigerte und daher von der Sitzung ausgeschlossen war. "Wie sicher Kernkraftwerke ohne Volldruckcontainment sind, kann man derzeit in Japan live miterleben. Die Errichtung und Betrieb solcher Anlagen am Sicherheitsniveau des Jahres 1970 darf einfach nicht mehr akzeptiert werden. Der Ausbau des AKW Mochovce muss umgehend gestoppt werden", so Pavlovec abschließend.

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Radko Pavlovec
Energy Consulting
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