Windkraft kann Atomstromimporte ersetzen

Bis 2015 könnten neue Windparks die Nettostromimporte Österreichs ersetzen

Wien (OTS) - Die Nutzung heimischer erneuerbarer Energien ist ein wesentlicher Beitrag, immer mehr auf Atomstromimporte verzichten zu können. Früher haben in Österreich über viele Jahre Stromexporte die Importe überwogen, in den letzten Jahren sind wir zum Nettoimporteur geworden. Im Jahr 2010 betrugen die Nettostromimporte rund 2,3 Milliarden Kilowattstunden. Diese Menge könnte bis zum Jahr 2015 durch neue Windparks bereitgestellt werden, so die IG Windkraft. Voraussetzung dafür sei ein rasches Handeln der Politik und eine Novellierung des Ökostromgesetzes noch im ersten Halbjahr 2011.

Aktuell sind in Österreich 625 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1011 Megawatt am Netz, die Produktion dieser Anlagen beträgt jährlich rund 2.100 Gigawattstunden (2,1 Mrd. Kilowattstunden). Dies entspricht dem Verbrauch von rund 600.000 Haushalten. Um die 2010 angefallenen Nettostromimporte von 2,3 Milliarden Kilowattstunden zu ersetzen, wäre eine Verdopplung der bestehenden Windkraftleistung nötig. "Die Windkraftunternehmen in Österreich könnten dies bis 2015 schaffen - die Politik muss dies aber durch Verbesserungen im Ökostromgesetz ermöglichen", verweist Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, auf den möglichen Beitrag der österreichischen Windkraft zu einer atomstromfreien Zukunft.

Über viele Jahre haben in Österreich die Stromexporte die Stromimporte überwogen, im Jahr 2001 kam es zur Trendwende und in den letzten Jahren wurde jeweils in Summe mehr Strom importiert als exportiert. Im Jahr 2010 betrugen die Nettostromimporte 2.270 Gigawattstunden GWh (=2,27 Milliarden Kilowattstunden). In den Stromimporten aus dem Ausland ist auch Atomstrom enthalten. Im europäischen Stromnetz ENTSO-E (UCTE) liegt der Atomstromanteil bei 29%.

2010 ist der Windkraftausbau nach vier Jahren des Stillstands wieder in Gang gekommen. Projekte im Ausmaß von fast 800 Megawatt Leistung liegen fix und fertig genehmigt bei der Ökostromabwicklungsstelle OeMAG. Aufgrund von Beschränkungen im Ökostromgesetz können Förderverträge jedoch nur schrittweise bis 2015 vergeben werden. "Es liegt allein in der Hand der Politik, diesen aus den Jahren des Stillstands resultierenden Projektrückstau zu beseitigen. Dafür ist eine Novellierung des Ökostromgesetzes noch im ersten Halbjahr 2011 erforderlich, die endlich Investitionssicherheit für die nächsten Jahre schafft und die Stop-and-go-Politik der letzten 15 Jahre beendet. Dann könnten wir sofort mit der Realisierung dieser Projekte beginnen und 2015 so viel Strom erzeugen, wie die Nettostromimporte 2010 betrugen", ist Moidl überzeugt. Der zur Bereitstellung von 2,300 Miliarden Killowattstunden erforderliche Windkraftausbau entspreche in etwa auch dem im österreichischen Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie fixierten Ziel (zusätzliche Errichtung von rund 950 MW Windkraft bis 2015).

Heuer werden Windkraftanlagen mit etwa 120 MW errichtet. In den Jahren 2003 bis 2006, als das damals beschlossene Ökostromgesetz den Ausbau der Windkraft ermöglichte, wurden Windkraftanlagen mit rund 200 MW Leistung pro Jahr errichtet. "Gelingt es, diese Ausbaugeschwindigkeit der Vergangenheit in den nächsten Jahren wieder zu erreichen, ist eine Verdopplung des Windstroms im Jahr 2015 gesichert", erläutert Moidl. Hierfür müssten in den nächsten Jahren ca. 65 moderne Windräder mit einer Leistung von 3 MW jährlich errichtet werden.

Die Windkraft in Österreich könnte bei stabilen Rahmenbedingungen bis 2020 auf rund 3.500 MW ausgebaut - also verdreieinhalbfacht - werden. Somit könnten im Jahr 2020 7,3 Milliarden kWh aus Windkraft gewonnen werden, was je nach Stromverbrauch einen Anteil von rund zehn Prozent des gesamten Verbrauchs ausmacht.
Im Verband mit den anderen erneuerbaren Energien wie Wasser, Sonne, Biomasse, wäre es möglich, den Stromverbrauch Österreichs bis 2020 annähernd zu 100 % aus heimischer erneuerbarer Energie zu decken.

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Dr. Ursula Nährer, Tel. 02742 - 21955-13, email: u.naehrer@igwindkraft.at, Mag. Stefan Moidl, Tel. 0676 3707820

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