VCÖ-Mobilitätspreis Wien gestartet: Vorbildhafte Infrastrukturprojekte gesucht

VCÖ-Untersuchung: Wienerinnen und Wiener zunehmend umweltfreundlicher mobil

Wien (OTS) - Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und der VCÖ haben heute den Startschuss zum VCÖ-Mobilitätspreis Wien gegeben. Gesucht sind vorbildhafte Infrastrukturprojekte für eine nachhaltige Mobilität. Das Radverkehrsnetz in Wien hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt, die Fläche an Fußgängerzonen ist um 60 Prozent gestiegen und die Zahl der Öffi-Fahrgäste hat um rund 150 Millionen zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Der Bedarf für Infrastrukturen für nachhaltige Mobilität wird in den kommenden Jahren weiter stark steigen.

Vorbildhafte Projekte, die Infrastrukturen für eine nachhaltige Mobilität schaffen, sind beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien gesucht. Der VCÖ-Mobilitätspreis, der heuer unter dem Motto "infrastrukturen für zukunft" steht, ist der größte Wettbewerb für nachhaltige Mobilität und effizienten Transport in Wien und wird in Kooperation mit der Stadt Wien durchgeführt. Unterstützt wird der VCÖ-Mobilitätspreis Wien auch von Wiener Linien, VOR, Gesiba und ÖBB-Postbus GmbH. Am VCÖ-Mobilitätspreis Wien können Betriebe, Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Universitäten und Organisationen aus Wien mit umgesetzten Projekten teilnehmen, die den Energieverbrauch des Verkehrs verringern. Für Privatpersonen gibt es einen eigenen Ideenwettbewerb. Auch Videos können beim VCÖ-Mobilitätspreis eingereicht werden. Vorjahressieger waren A1 Telekom Austria und SPAR. Einreichunterlagen zum Mobilitätspreis sind direkt im Internet unter www.vcoe.at erhältlich oder beim VCÖ unter (01) 893 26 97. Einreichschluss ist der 30. Juni 2011.

Die Infrastruktur ist eine Basis für das Mobilitätsverhalten. Der Straßenverkehr beansprucht die meiste Fläche für sich. Fast drei Viertel der Verkehrsflächen stehen dem Kfz-Verkehr zur Verfügung. Im Vorjahr sind die Wienerinnen und Wiener aber nur mehr 31 Prozent ihrer Alltagswege mit dem Auto gefahren. 69 Prozent der Alltagswege werden in Wien mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, per Rad oder zu Fuß zurückgelegt. Erfreulich für Wien: Die Wienerinnen und Wiener sind zunehmend umweltfreundlicher mobil, macht der VCÖ aufmerksam: In den vergangenen 15 Jahren ist der Pkw-Anteil am so genannten Modal Split um fast ein Viertel zurückgegangen. Stark gestiegen ist die Zahl der Öffi-Fahrgäste, nämlich von 687 Millionen im Jahr 1995 auf fast 839 Millionen im Vorjahr.

Die Infrastruktur für nachhaltige Mobilität: Das Radverkehrsnetz umfasst 1.175 Kilometer und ist damit doppelt so lange wie im Jahr 1996. Inkludiert sind darin auch die 207 Kilometer Einbahnen, die für das Radfahren in beiden Richtungen geöffnet sind. Die Streckenlänge von "Radfahren gegen die Einbahn" hat sich in den vergangenen 15 Jahren verfünffacht, so die VCÖ-Untersuchung. Wien hat heute auch um rund 60 Prozent mehr Flächen für Fußgängerzonen als im Jahr 1996.

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu verringern. "Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn die Zero-Emission-Mobilität - also Gehen und Radfahren - massiv zulegt und die restliche Mobilität so effizient wie möglich abgewickelt wird. Dafür braucht es entsprechend mehr Infrastruktur für Gehen, Radfahren und Öffentlichen Verkehr", betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

"Die Verkehrsinfrastrukturpolitik des vergangenen Jahrhunderts stand ganz im Zeichen des Baus von Straßen- und Schienennetzen, das zeigt die Studie des VCÖ eindrucksvoll. Neben dem weiteren Ausbau vor allem des öffentlichen Verkehrs und zum Beispiel für den Radverkehr geht es in der Verkehrspolitik des 21. Jahrhunderts vor allem darum, die vorhandene Infrastruktur intelligent und effizient zu nutzen. Die große Herausforderung des 21. Jahrhundert sind Klimaschutz und Energieeffizienz, auch beim Verkehr. In Zukunft werden hierbei Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen für die Mobilität stark an Bedeutung gewinnen. Der Durchbruch moderner Technologien ermöglicht zusätzliche umfassende verkehrsrelevante Informationen für die Wienerinnen und Wiener", so Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Ein gutes Beispiel für eine intelligente Nutzung ist das Carsharing als Alternative zum privaten Auto. "In diese Richtung müssen wir denken, wenn wir zukünftige Mobilität planen wollen", so Vassilakou.

Auch Infrastrukturen für Elektro-Mobilität gewinnen an Bedeutung. Schon heute ist Wien Österreichs Spitzenreiter bei der Elektro-Mobilität, macht der VCÖ aufmerksam: Bereits ein Viertel der Wiener Mobilität erfolgt elektrisch - durch U-Bahnen und Straßenbahnen. In den kommenden Jahren werden vor allem auch Elektro-Fahrräder und Elektro-Mopeds stark zulegen. "Die neue Elektro-Mobilität braucht entsprechende Infrastrukturen. Neben Ladestationen braucht es auch sichere Fahrradabstellanlagen, da Elektro-Fahrräder im Schnitt teurer sind als herkömmliche Fahrräder", nennt VCÖ-Sprecher Gratzer ein Beispiel.

VCÖ: Wiener Bevölkerung ist zunehmend umweltfreundlicher mobil (Anteil von Gehen, Radfahren und Öffentlichen Verkehr am Modal Split)

Jahr 2010: 69 Prozent
Jahr 2009: 68 Prozent
Jahr 2005: 65 Prozent
Jahr 2000: 63 Prozent
Jahr 1995: 60 Prozent
Quelle: Social Data, VCÖ 2011

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