AWO: 50 Mio. Dollar Tsunami-Schäden in Kalifornien

In Kalifornien wird in den nächsten drei Jahrzehnten mit einem größeren Erdbeben gerechnet

Wien (OTS/PWK186) - "Knapp 9.000 km vom Epizentrum in Japan
entfernt richteten die Ausläufer des Tsunami nach bisherigen Schätzungen einen Schaden von mindestens 50 Mio. US-Dollar an der kalifornischen Küste an", berichtet Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter im AußenwirtschaftsCenter Los Angeles der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. In den Städten Santa Cruz, südlich von San Francisco, und Crescent City, an der Grenze zu Oregon, wurden vor allem Hafeneinrichtungen und Boote zerstört.

Generell sei es natürlich noch nicht absehbar, inwieweit die USA und Kalifornien, der wirtschaftlich bedeutendste US-Bundesstaat und größte US-Handelspartner Japans, von den Auswirkungen der Katastrophe in Japan betroffen sein werden. Etwa ein Fünftel der US-Exporte nach Japan entfallen auf Kalifornien. 2010 wurden High-Tech-Produkte und auch landwirtschaftliche Produkte sowie Reis, Früchte, Nüsse, etc. im Wert von 12,2 Mrd. USD nach Japan exportiert, im Jänner 2011 waren es 1,04 Mrd. USD. Aus Japan werden vor allem Fahrzeuge, Ersatzteile, Maschinen und Elektronik importiert. Japan ist nach Mexiko und Kanada der drittgrößte Abnehmer kalifornischer Produkte. Japan ist weiters in der 18 Mio.-Einwohner-Metropole Los Angeles der größte Auslandsinvestor und der zweitwichtigste Handelspartner. Japanische Firmen wie Toyota, Honda, Epson, Pioneer und Kenwood haben ihre US-Headquarter in Los Angeles und produzieren großteils die abgesetzten Produkte in den USA.

"Sollte Japan zur Deckung der Schäden US-Anleihen im großen Stil verkaufen, könnte dies zu einem Zinsanstieg für die USA führen", erwartet Thaler. Japan hält mit 882 Mrd. USD den zweitgrößten Anteil an US-Schatzanweisungen, an der Spitze liegt China mit 1.160 Mrd. USD. Japanische Produkte werden fast ausschließlich von den im Süden Tokios gelegenen unbeschädigten Häfen nach Kalifornien verschifft. Nur etwa 3% der Importe kommen aus dem zerstörten Gebiet. Kurzfristig werde mit einem Rückgang des Außenhandels wie auch einer Dämpfung japanischer Investitionstätigkeit in Kalifornien gerechnet. Unklar ist, ob es zu Unterbrechungen der Lieferkette bei Autoersatzteilen, Elektronikprodukten, Halbleitern, etc. kommt. Japanische Chips finden sich z.B. im iPad2 und iPhone von Apple.

Thaler: "Die Erdbebenkatastrophe in Japan mit allen ihren Folgewirkungen wird in Kalifornien als 'Wake-Up-Call' gesehen, schließlich rechnen Experten in Kalifornien mit einem größeren Erdbeben in den nächsten drei Jahrzehnten." In San Francisco liege die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Zeitraum zu einem Beben mit einer Mindeststärke von 6,7 kommt, bei 63% und in Los Angeles bei 67%. Grundsätzlich erleben Kalifornier laufend Erdbeben und sind gewohnt damit umzugehen. Kalifornien hat auch die strengsten Erdbebenstandards in den USA. Im Westen der USA gibt es vier Atomkraftwerke, eines im Bundesstaat Washington, zwei in Kalifornien und eines in Arizona, die bei einem Erdbeben automatisch abschalten. (BS)

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Dr. Rudolf Thaler
Telefon: +1 310 477 99 88
E-Mail: losangeles@wko.at

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