Greenpeace-Mahnwache in Laibach

Erdbebengefährdetes AKW Krsko muss geschlossen werden

Wien/Ljubljana (OTS) - Anlässlich der Tragödie in Japan halten zwanzig Greenpeace-AktivistInnen aus sieben Ländern - darunter auch ÖsterreicherInnen - heute Vormittag eine Mahnwache am Laibacher Preserenplatz ab. Mit der Mahnwache, für die ein zwanzig Meter großes Atomzeichen mit einem Zentrum aus Kerzen aufgelegt wurde, wollen die AktivistInnen auf die Gefahren hinweisen, welche vom slowenischen Atomkraftwerk in Krsko ausgehen. Der Ort Krsko liegt inmitten einer Erdbebenzone. Seit 1990 hat es im Umkreis von 200 Kilometern um den Ort 178 Erdbeben mit Stärken von 3,5 bis 5,7 gegeben.

"Von allen Atomreaktoren in der Umgebung Österreichs ist Krsko am stärksten durch Erdbeben bedroht", sagt Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass der Reaktor ein Rekorderdbeben, wie es etwa 1640 eines gab, nicht aushalten würde. In den letzten 15 Jahren wurden alle unsere Warnungen ignoriert. Die Ereignisse in Japan müssen jetzt auch in Slowenien endlich zu einem Umdenken führen", so Westerhof. Krsko liegt lediglich siebzig Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Zudem findet in Ljubljana heute eine Sitzung der slowenischen Regierung statt, bei der die Reaktion auf die japanische Atomkatastrophe besprochen werden soll. Bereits gestern hat sich Greenpeace in einem offenen Brief an Ministerpräsident Borut Pahor gewendet. Darin fordert die Umweltschutzorganisation ein sofortiges Ende der slowenischen Atom-Ausbaupläne sowie ein massives Ökostrom-Ausbauprogramm. Dieses soll gleichzeitig auch die Errichtung neuer klimaschädlicher Kohlekraftwerke überflüssig machen.

Zusätzlich zur Erdbebenproblematik gab es beim AKW Krsko auch immer wieder technische Störfälle. Der letzte ernste Störfall ereignete sich erst im Juni 2008, als ein Leck im primären Kühlkreislauf aufgetreten ist. "Dabei könnte Slowenien aufgrund seiner Topographie sehr einfach auf Atomkraft verzichten. Dank des großen Waldanteils gibt es viel Biomasse, in Adria-Nähe ein großes Potential für Photovoltaik und im Landesosten könnten effiziente Geothermie- und Windenergieanlagen errichtet werden. Wir fordern deshalb eine sofortige Kehrtwende in der slowenischen Energiepolitik", schließt Westerhof.

Hinweis:
Fotos von der Mahnwache schicken wir gerne auf Anfrage zu.

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Pressesprecherin Greenpeace CEE
Tel.: 0043-664-6126725
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DI Jurrien Westerhof
Energieexperte Greenpeace CEE (vor Ort in Ljubljana)
Tel.: 0043-664-6126701
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