Österreichische Wirtschaftsgeschichte - Von der Antike bis zur Gegenwart

Wien (OTS/WIFO) - Im Laufe ihrer historischen Entwicklung waren
alle Volkswirtschaften unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen unterworfen. Für Österreich, im Sinne des heutigen Bundesgebietes, gilt das in besonderem Maße. So verursachten der Zerfall des Habsburgischen Reiches und seine Folgen einen wirtschaftlichen Rückschlag, welcher Österreich zum ärmsten Land dieser Ländergruppe machte. Umgekehrt entwickelte sich Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aufgrund der daraus folgenden politischen Implikationen zu einem der reichsten Länder Europas und damit der Welt. In seinem soeben präsentierten Buch "Österreichische Wirtschaftsgeschichte - von der Antike bis zur Gegenwart" zeichnet der frühere stellvertretende Leiter des WIFO, Univ.-Doz. Dr. Felix Butschek, diese Entwicklung nach.

Schon in der Antike durch die Qualität des Eisens bekannt, erhielt die Region des heutigen Österreich im Mittelalter weitere Wachstumsimpulse vor allem durch den Bergbau und die Salzgewinnung sowie durch ihre Lage an den Verkehrsachsen zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West. In der frühen Neuzeit schlug sich überdies die Hauptstadtfunktion Wiens in der Wirtschaftsentwicklung nieder. Trotz nahezu permanenter kriegerischer Verwicklungen erreichte das heutige Bundesgebiet in der Ära des späten Merkantilismus unter Maria Theresia und Josef II institutionell, rechtlich, politisch und wirtschaftlich eine führende Rolle in Mitteleuropa. Aufgrund der schweren Belastung durch die Napoleonischen Kriege und der innenpolitischen Stagnation danach ging diese Position jedoch verloren. Dennoch setzte Anfang des 19. Jahrhunderts auch in Österreich die Industrialisierung ein.

Nach dem neuerlichen Rückschlag durch die Revolution von 1848 expandierte die Industrie in der liberalen Epoche sowie in jener der sich entwickelnden Massenparteien. Das "Silberne Zeitalter" brachte Einkommenswachstum auch für die Arbeiterschaft sowie Ansätze arbeits-und sozialrechtlicher Regelungen und schließlich Vollbeschäftigung.

Die Erste Republik hatte die Folgen des Ersten Weltkrieges, den Zerfall des früheren Wirtschaftsgebietes, galoppierende Inflation und die Weltwirtschaftskrise zu bewältigen. Die deutsche Okkupation 1938 führte das Land nach einer kurzen Boomperiode in den Zweiten Weltkrieg mit seinen katastrophalen Folgen.

Die Zweite Republik konnte die Kriegsfolgen - mit Hilfe der USA -unerwartet rasch überwinden und erreichte in der Phase des "Wirtschaftswunders" enorme Zuwachsraten, welche im "längsten Aufschwung der Nachkriegszeit" anhielten. Man nennt diese Periode das "Goldene Zeitalter".

Die "Erdölkrise" wurde mit dem Instrumentarium des "Austro-Keynesianismus" bemerkenswert gut überwunden, mündete allerdings während der "Wellblechkonjunktur" der achtziger Jahre in eine Phase verhaltener Entwicklung. In den 1990er-Jahren verliehen der EU-Beitritt und vor allem die Ostöffnung der österreichischen Wirtschaft neue Impulse und brachten abermals ein überdurchschnittliches Wachstum mit sich. Die Expansion der Produktion ging stets einher mit relativ niedriger Arbeitslosigkeit, vergleichsweise egalitärer Einkommensverteilung und einem ausgebauten System der sozialen Sicherheit. Für diese bemerkenswerten Erfolge wird in der Literatur häufig dem in Österreich ausgeprägten System der Sozialpartnerschaft große Bedeutung beigemessen.

Übersicht: Pro-Kopf-Einkommen der Welt - auf der WIFO-Website (
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12 )

Nähere Informationen: Felix Butschek,Österreichische Wirtschaftsgeschichte - von der Antike bis zur Gegenwart, Böhlau, Wien, 616 Seiten, 49 Euro.

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