Im AKW Fukushima ist ein mehrfacher Super-GAU im Gange

Unkontrollierte nukleare Kettenreaktion im Lagerbecken für abgebrannte Elemente droht

Linz (OTS) - Trotz widersprüchlicher Meldungen aus Japan wird es immer offensichtlicher, dass im AKW Fukushima ein mehrfacher Super-GAU im Gange ist. In den Reaktorblöcken 1 bis 3 hat die Kernschmelze bereits eingesetzt. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen muss davon ausgegangen werden, dass die Reaktordruckgefäße der betroffenen Reaktoren auch nicht mehr intakt sind. Das könnte entweder auf Risse oder auf die Zerstörung des Bodens der Reaktordruckgefäße durch Teile des geschmolzenen Kerns zurückzuführen sein. Die zweite Barriere, welche im Ernstfall den Austritt von Radioaktivität in die Umwelt verhindern sollte - die mit einem Druckabbausystem versehenen Reaktorgebäude - wurden bereits in den vergangenen Tagen durch Explosionen zerstört. "Die leicht flüchtigen Isotope Jod131 und Cäsium137 können nun ungehindert in die Umwelt gelangen. Radioaktive Edelgase wurde bereits zur Gänze freigesetzt", erklärt Radko Pavlovec, unabhängiger Energieexperte. "Die Gesamtemissionen dieser Elementgruppe könnte diejenigen der Tschernobyl-Katastrophe übertreffen", so Pavlovec weiter.

Eine neue Bedrohung eines bisher ungeahnten Ausmaßes stellt der Ausfall der Kühlung im Abklingbecken des Reaktors 4. Hier kam es in den Nachtstunden erneut zu einem Brand. Dies deutet darauf hin, dass sich im Becken nur eine unzureichende Wassermenge befindet.

Möglicherweise ist die Struktur des Beckens durch Risse beeinträchtigt worden, sodass das Kühlwasser ausläuft. Durch die Restwärme der dort gelagerten extremen Menge am nuklearen Brennstoff - es könnten sich bis zu acht Kernladungen im Becken befinden - kann es zum Schmelzen der Brennstäbe wie in den betroffenen Reaktoren kommen. Das kurzlebige Isotop ist in diesen Brennstäben zwar beinahe zur Gänze abgeklungen, die Menge des gefährlichen Isotops Cäsium137 ist jedoch fast zur Gänze vorhanden.

Da die Gebäudehülle zerstört ist, können bei der Zerstörung der Brennstäbe bisher unvorstellbare Mengen Cäsium in die Atmosphäre gelangen. Zusätzliche Gefahr droht im Falle des Schmelzens eines größeren Anteils der im Becken befindlichen Brennstäbe. In der sich am Boden sammelnden Schmelze würde die nukleare Kettenreaktion in Gang kommen. Falls es zur Ansammlung einer kritischen Masse kommt, wäre im Extremfall eine nukleare Explosion zu befürchten. "Bereits aufgrund der bisher bekannten Fakten muss befürchtet werden, dass die radioaktiven Emissionen ein sehr großes Ausmaß erreichen werden", erklärt Pavlovec. "Die japanische Regierung und die IAEA sollte daher aufhören, die Weltöffentlichkeit durch Aussagen über "intakte Stahlhüllen" zu täuschen, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Sie sollten die Nachbarstaaten in der Region korrekt über das Ausmaß der Katastrophe informieren, damit sie entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung treffen können", so Pavlovec abschließend.

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