WirtschaftsBlatt Leitartikel: Die zehn Wahrheiten zur Atomenergie - von Wolfgang Unterhuber

Die Wahl lautet: Energie sparen oder eine strahlende Zukunft

Wien (OTS) - Wahrheit Nummer eins: Wir sind längst atomverseucht. Bis in die 60er führten die alten Supermächte oberirdische Atombombentests durch (unterirdische weit länger). Höhepunkt: Die Zar-Bombe, die im Oktober 1961 von den Sowjets in Nowaja Semlja gezündet wurde. Höhe des Atompilzes: 50 Kilometer. Sprengkraft: 60 Megatonnen (MT). Zum Vergleich: Hiroshima hatte eine Sprengkraft zwischen 13 und 18 Kilotonnen (1000 Kilotonnen sind eine MT).

Wahrheit Nummer zwei: Nicht so sehr die Existenz der Atomkraftwerke kann einen zur Weißglut treiben, sondern das Lügenkonstrukt drumherum. Bis Tschernobyl galt Atomenergie überhaupt als Stein der Weisen. Danach war etwa 20 Jahre Ruhe, bis es zu einer Renaissance kam. Zuletzt wurde der Atomkraft gar ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Wahrheit Nummer drei: Das größte Risiko bei einem AKW sind weder Erdbeben noch Tsunamis - es ist der Mensch. Tschernobyl zum Beispiel passierte durch menschliches Versagen.

Wahrheit Nummer vier: Wenn jetzt nach Sicherheits- und Stresstests für AKW gerufen wird, kann das nur eines bedeuten: Dass Atomkraftwerke ohne Sicherheits- und Stresstests betrieben werden. Das ist wie Fliegen in einem 30 Jahre alten Flugzeug, welches vor 30 Jahren zum letzten Mal ernsthaft gewartet wurde.

Wahrheit Nummer fünf: Wir sind auch sonst im Blindflug unterwegs. Oder weiß jeder Bürger, etwa in Österreich, was er zu tun hat, wenn uns ein AKW in unserer Nachbarschaft um die Ohren fliegt? Pläne gibt es angeblich. Wer kennt sie?

Wahrheit Nummer sechs: Händchenhaltend Menschenschlangen bilden und gegen AKW demonstrieren ist nett, nur können auch die Atomgegner nicht sagen, was die Alternative ist.

Wahrheit Nummer sieben: Der Wohlstand hat seinen Preis - er kostet Energie. Die Atomenergie steuert bereits 14 Prozent des gesamten globalen Energieverbrauchs bei, weil auch Chinesen und Inder ihren Wohlstand haben wollen.

Wahrheit Nummer acht: Die oben erwähnten 14 Prozent lassen sich nicht so einfach durch Windparks und Solaranlagen ersetzen. So groß kann eine Wüste als Solarquelle gar nicht sein.

Wahrheit Nummer neun: Wir, die Konsumenten und die Wirtschaft, müssen umdenken. Die Wirtschaft muss alles tun, um ihre Energieeffizienz zu erhöhen. Und die Konsumenten müssen sparen! Bei der Energie! Wenn nicht, folgt Wahrheit Nummer zehn: eine strahlende Zukunft.

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