"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Aufklärung bitte!"

Pröll muss mehr tun, als den Streit zwischen Karas und Strasser zu schlichten.

Wien (OTS) - Freund, Feind, Parteifreund." Dieser Spruch ist zwar abgeschmackt; besser lässt sich das, was sich zwischen zwei Schwarzen in Brüssel abspielt, aber nicht beschreiben. Der EU-Abgeordnete Othmar Karas belastet den EU-Abgeordneten Ernst Strasser in der "Lobby-Gate"-Affäre (siehe rechts). Es ist der bisherige Höhepunkt im Machtkampf zwischen den beiden.
Begonnen hat dieser, als Obmann Josef Pröll eine falsche Entscheidung traf: Er machte nicht EU-Veteran Karas, sondern den nicht gerade EU-phorischen Berater Strasser zum EU-Spitzenkandidaten und dann zum Delegationsleiter der ÖVP-Truppe im EU-Parlament -obwohl Karas bei der Wahl 110.000 Vorzugsstimmen bekommen hatte. Pröll versuchte zu befrieden: Wie Strasser bekam Karas Sitz und Stimme im ÖVP-Vorstand. Und seine neuerliche Kandidatur als Vizechef der Europäischen Volkspartei wurde unterstützt.
Dass das Scheinfrieden bringt, hätten die ÖVP-Granden wissen müssen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Streithähne wieder aneinandergeraten.
Pröll hat jedoch mehr zu tun, als sie auseinanderzubringen. Er muss für Aufklärung in der Causa Strasser sorgen. Ein Mann im Lobbyisten-Zwielicht taugt nicht als schwarzer "Mister Europa".

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002