Huainigg begrüßt fünf Reformschritte zur schulischen Integration des ÖVP-Bildungspapiers

Sonderschulen sollen zu Förderschulen für alle Kinder weiter entwickelt werden!

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Das ÖVP-Bildungspapier zeigt klar auf, wo angesetzt werden muss, um die schulische Integration von behinderten Kindern weiterzuentwickeln und ein inklusives Bildungssystem zu sichern. Das Ziel ist klar: Alle Kinder müssen entsprechend ihren Fähigkeiten bestmöglich gefördert und gefordert werden", sagt Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen, heute Montag.

Fünf Reformschritte sind auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem von besonderer Bedeutung und finden sich im Bildungskonzept der ÖVP wieder:

1. Sonderschulen müssen sich zu Förderschulen weiter entwickeln Sonderschulen haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem "Auffangbecken" für verhaltensauffällige Kinder entwickelt. Hier setzt auch das ÖVP-Bildungspapier an: "Durch die schulische Integration behinderter Kinder ist die Zahl der Sonderschulen nicht wie erwartet gesunken. Vielmehr finden sich heute in den Sonderschulen viele verhaltensauffällige Kinder. Die dahinterliegenden Probleme wie mangelnde Sprachkenntnisse in Verbindung mit Migrationshintergrund, persönliche Probleme, labile Familienverhältnisse und andere Faktoren bewirken, dass es diese Schüler/innen und Schüler später schwieriger haben, Arbeit und damit einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Vor diesem Hintergrund ist darauf zu achten, dass kein Kind nur aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse in eine Sonderschule wechseln muss."
Es gilt, künftig die Expertise der Sonderpädagogik und Integrationspädagogik für das gesamte Schulsystem und für alle Kinder zu nutzen. Huainigg schlägt daher vor: "Die Sonderschulen müssen zu Förderschulen weiter entwickelt werden, wo auf die Bedürfnisse jedes Kindes speziell eingegangen wird. Davon könnten sowohl behinderte als auch nicht-behinderte Kinder profitieren, da jedes Kind entsprechend seinen Fähigkeiten unter besten Rahmenbedingungen gefordert und gefördert wird. Die zu schaffenden Förderschulen müssen daher auch für nicht-behinderte Kinder geöffnet werden. Durch die Durchmischung und den inklusiven Pädagogikansatz wird die heutige Sonderschule aufgewertet, wodurch vor allem die Schüler/innen profitieren. Jährlich sollen die neuen Förderschulen um zehn Prozent mehr nicht-behinderte Kinder aufnehmen, wodurch in fünf Jahren eine durchmischte Integrationsstruktur geschaffen wird.

2. Weiterführung der schulischen Integration
Die positiven Erfahrungen im Bereich der schulischen Integration von behinderten Kindern sind auch nach der achten Schulstufe weiterzuführen. Das ÖVP-Bildungspapier verweist besonders auf die Erfolge im Bereich der Integrativen Berufsausbildung, die als Vorbild dienen: "Die integrative Berufsausbildung bzw. die Teillehre sind in diesem Zusammenhang ein Schritt in die richtige Richtung und sollen als Vorbild für die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen im gesamten Schulsystem dienen."

3. Integration soll der Regelfall werden
"Die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen soll in Regelschulen dann zum Regelfall werden, wenn dies dem Wohl der Kinder am besten entspricht", hält das ÖVP-Bildungspapier fest und verweist auf die positiven Konsequenzen schulischer Integration:
"Wissenschaftliche Untersuchungen und praktische Erfahrungen aus Integrationsklassen zeigen, dass sowohl behinderte als auch nicht-behinderte Kinder von Parametern wie zwei Lehrer pro Klasse, geringerer Schülerzahl, Individualisierung und offenen Unterrichtsformen profitieren."

4. Lehrer/innen-Ausbildung für behinderte Studierende öffnen
Das ÖVP-Bildungspapier fordert, dass "nur die Besten Lehrer werden sollen". Weiter heißt es im ÖVP-Bildungspapier: "Entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Unterrichtsfaches, sind die Wege der Lehrer/innen- und Lehrerausbildung auch für Menschen mit Behinderung verstärkt zu öffnen." Huainigg begrüßt diesen Weg und meint, "es geht wirklich um die besten Köpfe, die Behinderung darf kein Ausschließungsgrund vom Lehrerberuf bleiben".

5. Reform des SPF-Bedarfs
Einen wichtigen Reformbedarf zeigt das ÖVP-Bildungskonzept bei den geltenden Kriterien für sonderpädagogischen Förderbedarf (SPF) auf:
"Von Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur Förderung schwerstbehinderter Kinder wird momentan alles unter dem Etikett "Sonderpädagogischer Förderbedarf" subsumiert - flexible Handhabungsmöglichkeiten fehlen. Aus diesem Grund sollen die Kriterien für den Sonderpädagogischen Förderbedarf in Hinblick auf flexible Förder- und auch Fordermöglichkeiten, die der Vielzahl der Herausforderungen im Schulalltag entsprechen, überarbeitet werden."

Abschließend verweist Huainigg auf das ÖAAB-Bildungspapier, wo die genannten Anliegen konkret ausformuliert sind, und hält fest: "Die Ziele sind klar definiert - nun geht es um die konsequente Umsetzung!"
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